Deutsche Redaktion

Katowice: 20 Jahre nach Einsturz der Messehalle – größte Baukatastrophe Polens

28.01.2026 10:53
In Katowice wird am Mittwoch an den Einsturz des Daches der Internationalen Messehalle vor 20 Jahren erinnert. Bei der Katastrophe am 28. Januar 2006 kamen 65 Menschen ums Leben, mehr als 140 wurden verletzt. Es gilt als schwerstes Unglück dieser Art in der polnischen Geschichte.
Illustrationsbild
IllustrationsbildKGPSP/X

Zum Zeitpunkt des Unglücks fand in dem Pavillon eine Messe sowie eine Ausstellung von Brieftauben statt. Das Hallendach brach am späten Nachmittag unter einer schweren Schnee- und Eislast zusammen. Viele Besucher konnten sich selbst aus dem Gebäude retten. In der Nacht waren zeitweise mehr als 1.300 Einsatzkräfte, darunter Feuerwehr, Bergretter, Sanitäter, Polizei und Soldaten, an der Rettungsaktion beteiligt.

Ermittlungen ergaben später schwere Planungs- und Aufsichtsfehler. Laut Gutachtern war die Konstruktion von Anfang an mangelhaft, die Halle hätte jederzeit einstürzen können. In einem der größten Strafprozesse der Region wurden mehrere Verantwortliche zu Haftstrafen verurteilt. Das endgültige Urteil fiel 2017, der letzte strafrechtliche Teil des Verfahrens endete 2021.

Nach jahrelangen Gerichtsverfahren erkannte auch der polnische Staat eine zivilrechtliche Mitverantwortung an. Angehörige der Opfer und Überlebende erhielten Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe.

Die Gedenkfeier findet wie in den vergangenen Jahren an einem Denkmal nahe dem Unglücksort statt. Angehörige, Überlebende sowie Vertreter der Rettungsdienste wollen Blumen niederlegen und Kerzen entzünden.

PAP/IAR/jc