Brückner, der mehr als vier Jahrzehnte an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität lehrte, habe eine „ganze Epoche der alten polnischen Literatur wieder ans Licht gebracht“, schrieb der Literaturhistoriker Stanisław Pigoń einst in der Zeitung Kurier Poznański: „Wie Schliemann Troja, so hat Brückner uns die gesamte alte polnische Literatur ausgegraben.“
Der Gelehrte veröffentlichte mehr als 600 Bücher und hinterließ über 1500 wissenschaftliche Arbeiten. Zu seinen bekanntesten Werken zählen das bis heute genutzte „Etymologische Wörterbuch der polnischen Sprache sowie Studien zur slawischen Mythologie.
Trotz mehrfacher Angebote, nach Polen zurückzukehren und dort Professuren zu übernehmen, blieb Brückner in Berlin. Dies sei für ihn eine bewusste Entscheidung gewesen, erklärte der Historiker Janusz Osica im Polnischen Rundfunk: „Er hielt es für wichtig und symbolisch, dass ein Pole den slawistischen Lehrstuhl in Berlin leitete.“
Brückner starb am 24. Mai 1939 im Alter von 83 Jahren in Berlin und wurde dort zunächst auch beigesetzt. Erst im Herbst 2023 wurden seine sterblichen Überreste gemeinsam mit denen seiner Ehefrau Emma nach Polen überführt. Sie fanden ihre letzte Ruhestätte in der Allee der Verdienten auf dem Rakowicki-Friedhof in Krakau.
IAR/jc