Die Dokumente enthalten unter anderem E-Mails und Notizen, in denen der Name des früheren polnischen Tennisprofis Wojciech Fibak auftaucht.
Geplantes Treffen in Paris zu „Fine Art Investments“
In einer E-Mail-Korrespondenz aus dem September 2013 wird Fibaks Name erwähnt. Epsteins Terminkalender enthalte zudem einen Eintrag, wonach am 5. Oktober 2013 ein Treffen mit Fibak in Paris geplant gewesen sei – dem Vermerk zufolge im Zusammenhang mit „Fine Art Investments“, also Kunstinvestitionen.
Neben diesem Kalendereintrag wurde ein weiterer Name geschwärzt. Ermittler erklärten, dies könne darauf hindeuten, dass die Identität eines mutmaßlichen Opfers geschützt werden sollte.
US-Behörden prüfen laut Dokumenten außerdem, ob bestimmte Transaktionen Epsteins möglicherweise der Steuervermeidung dienten, insbesondere im Zusammenhang mit Investitionen in Kunstwerke.
Wojciech Fibak (r)
Fibak: Treffen hat nie stattgefunden
Fibak selbst zeigte sich überrascht über die Erwähnung seines Namens. Gegenüber dem Portal WP Sportowe Fakty erklärte er, er habe niemals enge Kontakte zu Epstein gepflegt.
„Ich war überrascht, meinen Namen in diesen Unterlagen zu sehen“, sagte Fibak demnach.
Er stellte klar, dass es zu dem in den Akten genannten Treffen nie gekommen sei.
Fibak berichtete jedoch, er habe mehr als 20 Jahre lang in New York in der Nachbarschaft von Epstein gelebt. In dieser Zeit habe man gemeinsame Bekannte gehabt und sich gelegentlich bei Restaurants oder Kunstausstellungen gesehen.
„Damals wusste niemand von Epsteins dunkler Seite“, sagte Fibak und fügte hinzu: „Umso mehr fühle ich mit seinen Opfern.“
Austausch mit polnischem Model Mariana Idźkowska
Die freigegebenen Unterlagen enthalten darüber hinaus eine umfangreiche Mail-Korrespondenz zwischen Epstein und der polnischen Model-Agenturvertreterin Mariana Idźkowska in den Jahren 2014 und 2015.
Der Washington-Korrespondent des Polnischen Rundfunks, Marek Wałkuski, wies darauf hin, dass Idźkowskas Name in den Akten nicht geschwärzt wurde. Dies könne darauf hindeuten, dass US-Behörden sie nicht als Opfer eingestuft hätten.
„Dass ihr Name nicht geschwärzt wurde, spricht dafür, dass die Ermittler sie nicht als Opfer betrachteten“, erklärte Wałkuski.
Zum damaligen Zeitpunkt sei Idźkowska etwa 28 bis 29 Jahre alt gewesen. Den Unterlagen zufolge habe sie Dutzende E-Mails mit Epstein ausgetauscht und häufig über Skype mit ihm gesprochen.
Außerdem sei sie auf Epsteins Kosten nach New York gereist und habe seine private Karibikinsel besucht. Dort habe sie an Freizeitaktivitäten wie Tauchen und Fallschirmspringen teilgenommen.
Polnischer Name als Verwalter von Epsteins Anwesen genannt
In den Akten wird ebenfalls der Name Janusz Banasiak erwähnt, dessen Herkunft als polnisch beschrieben wird. Er soll demnach als Verwalter von Epsteins Anwesen in Palm Beach, Florida, tätig gewesen sein.
Epstein habe Banasiak angewiesen, dafür zu sorgen, dass Idźkowska im Fall eines verpassten Fluges nach St. Thomas auf den Amerikanischen Jungferninseln am nächsten Tag zum Flughafen gebracht werde.
Fall Epstein weiterhin von internationalem Interesse
Jeffrey Epstein war 2019 wegen sexuellen Missbrauchs und Menschenhandels angeklagt worden. Noch bevor es zu einem Prozess kam, wurde er tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden. Sein Tod löste weltweit Spekulationen aus.
IAR/jc