Deutsche Redaktion

Lufthansa will NS-Vergangenheit wissenschaftlich aufarbeiten

04.02.2026 15:37
Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat angekündigt, die Verstrickungen der Lufthansa in das nationalsozialistische System umfassend untersuchen zu lassen. Das Unternehmen habe „vor und während des Zweiten Weltkriegs von der Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten profitiert“, sagte Spohr.
Lufthansa war Teil des nationalsozialistischen Systems
„Lufthansa war Teil des nationalsozialistischen Systems“Lukas Wunderlich/Shutterstock

Zum 100-jährigen Bestehen der Fluggesellschaft soll eine wissenschaftliche Studie die „dunklen Kapitel“ der Firmengeschichte offenlegen. Spohr betonte: „Lufthansa war Teil des nationalsozialistischen Systems.“

Aus rechtlicher Sicht sei die heutige Lufthansa zwar nicht identisch mit der 1926 gegründeten Luft Hansa, doch bei der Neugründung nach dem Krieg habe man Logo und Farben übernommen.

Ein erster Bericht über die Rolle der Airline sei bereits vor 25 Jahren erstellt worden, damals jedoch nicht veröffentlicht worden. Nun würden drei Historiker die bisherigen Erkenntnisse erweitern. Spohr räumte ein, dass die Gesellschaft 1932 Flüge für Adolf Hitler und dessen Wahlkampfstab organisiert habe.

Während des Krieges sei Lufthansa „eng mit dem NS-System verflochten“ gewesen, unter anderem durch den Einsatz tausender Zwangsarbeiter – „darunter sogar Kinder im Alter von zwölf Jahren“, sagte Spohr.

Die Aufarbeitung soll fortgesetzt werden, da zuletzt neue Dokumente in polnischen und tschechischen Archiven entdeckt worden seien.


PAP/jc