Deutsche Redaktion

Selenskyj hofft auf diplomatisches Ende des Krieges im kommenden Jahr

05.02.2026 10:06
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf ein diplomatisches Ende des russischen Angriffskrieges im kommenden Jahr. In einem Interview mit dem französischen Fernsehsender France 2 sagte Selenskyj, sein Team arbeite derzeit intensiv an Verhandlungen. „Wir tun alles, was wir können. Das ist unsere Priorität – meine und die meines Teams. Unser Ziel ist es, diesen Krieg zu beenden“, erklärte er am Mittwoch.
Wołodymyr Zełenski
Wołodymyr ZełenskiPAP/EPA/PETROS KARADJIAS / POOL

Zugleich warnte Selenskyj, dass die Chancen auf eine Einigung schwänden, je mehr Zivilisten bei russischen Angriffen ums Leben kämen. Jeder weitere Angriff auf die Zivilbevölkerung entferne die Aussicht auf ein Abkommen, betonte der ukrainische Präsident.

Selenskyj warnte zudem vor einer möglichen Ausweitung des Krieges auf Europa. „Die an die Ukraine angrenzenden Länder verstehen, dass Russland weitergehen wird, wenn die Ukraine den russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht aufhält“, sagte er.

Ein diplomatischer Weg bedeute jedoch weder Kapitulation noch die Akzeptanz eines russischen Ultimatums, stellte Selenskyj klar. Die von Moskau geforderte Bedingung eines Abzugs der ukrainischen Armee aus dem Donbas sei für die Regierung in Kiew eine „rote Linie“. Selbst ein Einfrieren des Konflikts entlang der aktuellen Frontlinie wäre aus seiner Sicht bereits „ein großer Fortschritt“.

Nach Angaben Selenskyjs sind seit Beginn der russischen Vollinvasion rund 55.000 ukrainische Soldaten getötet worden, viele weitere gelten als vermisst. In naher Zukunft soll zudem der erste Gefangenenaustausch mit Russland in diesem Jahr stattfinden, kündigte er an.

Unterdessen kamen am Mittwoch in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten Delegationen der Ukraine, der USA und Russlands zu trilateralen Gesprächen über ein Ende des Krieges zusammen. Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umierow sprach von „sachlichen und produktiven Gesprächen, die auf konkrete Schritte und praktische Lösungen ausgerichtet waren“. Das Büro Selenskyjs teilte mit, dass die Gespräche am Donnerstag fortgesetzt werden sollen.

France2/jc