Die Informationen über die Größe der Armee wurden vom Kommandeur des Generalstabs der polnischen Armee, General Wiesław Kukuła, übermittelt. Die Zahl umfasse demnach alle Soldaten der polnischen Streitkräfte. Dazu gehören mehr als 206.000 Berufssoldaten und die Territorialen Verteidigungskräfte (WOT) sowie zivile Reservisten, „die im Falle einer Krisensituation zum Dienst einberufen werden können“, hieß es. Es gibt mehr als 300.000 Reservisten.
Neue Divisionen und Brigaden?
Unklar sei jedoch, zu welchen Einheiten sie im Falle einer Mobilisierung geschickt würden, berichtete die Rzeczpospolita am Donnerstag. In der Tageszeitung erklärte der ehemalige Chef der Nationalen Sicherheitsrates (BBN), General Prof. Stanisław Koziej, dass es ungewiss sei, wie die Armee ihre Reservekapazitäten, die mehr als 300.000 Personen umfassen, nutzen könne. „Wir haben überhaupt keine Reserveformationen, weder Divisionen noch Brigaden. Wo sollen also diese Reservisten im Falle einer Mobilisierung untergebracht werden?“, betonte General Koziej.
Das Verteidigungsministerium teilte der „Rz“ mit, dass Informationen über die Bildung von Elementen der Reservestrukturen unter eine Geheimhaltungsklausel fallen und nicht veröffentlicht werden können.
Wiedereinführung der Wehrpflicht?
Im Gespräch des 3 Prgramms des Polnischen Rundfunks erklaerte Gen. Kraszewski am Donnerstag, dass Polen die Wehrpflicht wieder einführen sollte. „Als erstes sollte eine Freiwilligenformel eingeführt werden, um herauszufinden, wie viele Polen bereit wären, (in die Armee) zu gehen und sofort Personalreserven für einen Mobilisierungsbedarf zu bilden. Kein Krieg in der Welt wurde durch eine Berufsarmee gewonnen. Die Kriege der Welt werden von Reservisten gewonnen“, erklärte er.
PAP/PR/ps