Deutsche Redaktion

IOC verbietet Gedenk-Helm von ukrainischem Skeletonfahrer

11.02.2026 07:17
Der ukrainische Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch darf bei den Olympischen Winterspielen keinen Helm mit Bildern getöteter Sportkollegen tragen. Das IOC beruft sich auf Regel 50 der Olympischen Charta, die politische Botschaften an olympischen Stätten untersagt. Erlaubt ist ihm stattdessen ein schwarzes Armband.
Heraskevych hatte den Helm beim Training in Cortina dAmpezzo getragen. Schon 2022 in Peking sorgte er mit einem Nein zum Krieg in der Ukraine-Plakat fr Aufmerksamkeit.
Heraskevych hatte den Helm beim Training in Cortina d’Ampezzo getragen. Schon 2022 in Peking sorgte er mit einem „Nein zum Krieg in der Ukraine“-Plakat für Aufmerksamkeit.Reuters

Das IOC hat einem ukrainischen Skeleton-Fahrer verboten, einen Helm mit Bildern getöteter Sportkollegen zu tragen. „Wir haben eine Warnung erhalten, dass Proteste im Zusammenhang mit der russischen Invasion nicht willkommen sind“, sagte Wladyslaw Heraskevych. Wie der 27-Jährige betonte, werde er die Warnung „nicht allzu ernst nehmen”

Bereits bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking hatte Heraskevych mit einem Plakat mit der Aufschrift „Nein zum Krieg in der Ukraine“ für Aufsehen gesorgt.


Heraskewytsch hatte den Helm am Montag beim offiziellen Training in Cortina d'Ampezzo getragen. Ein IOC-Verantwortlicher habe ihm dann später mitgeteilt, dass dies wegen "Regel 50" nicht erlaubt sei, sagte der Athlet. Regel 50.2 der Olympischen Charta hält fest, dass „keine politische, religiöse oder rassistische Propaganda” an den olympischen Stätten erlaubt ist. 

„Eine sehr schlechte Entscheidung“ 

Das IOC habe mit der Zulassung russischer Sportler als Neutrale „eine sehr schlechte Entscheidung“ getroffen, sagte Heraskevych. „Sportler spielen weiterhin eine Schlüsselrolle in der russischen Propaganda.“

Die Aussagen der neuen IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, der Sport müsse „ein neutrales Territorium bleiben“, wies der Ukrainer zurück. „Das beeindruckt mich nicht. Solche Worte höre ich seit Jahren“, sagte er.

Heraskevych sieht sich nach eigenen Angaben auch als Stimme des ukrainischen Sports. „Ich muss meiner Rolle als Sportler gerecht werden und alles tun, um der Ukraine zu helfen, pro-kriegerische Propaganda zu stoppen“, sagte er. Die anhaltenden russischen Angriffe erschwerten die Vorbereitung erheblich. „Wir können uns in unserem Land derzeit nicht auf Wettkämpfe vorbereiten. Die Infrastruktur ist zerstört, es gibt Stromausfälle“, berichtete er. Viele Menschen lebten bei Frost ohne Heizung und fließendes Wasser.

„Wir stehen unter großem Stress, auch weil unsere Familien in der Ukraine geblieben sind.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte das Vorgehen des IOC. Heraskewytsch erinnere die Welt an den Preis des ukrainischen Kampfes, schrieb Selenskyj auf X. Diese Wahrheit kann nicht ​unbequem, unpassend oder als politischer Akt bezeichnet werden."


PAP/dpa/reuters/jc