Deutsche Redaktion

Nawalny im Gefängnis vergiftet

14.02.2026 17:17
Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny ist nach Einschätzung von fünf NATO-Staaten im Gefängnis vergiftet worden. In einer gemeinsamen Mitteilung erklärten die Außenminister Großbritanniens, Schwedens, Frankreichs, der Niederlande und Deutschlands, Laboranalysen hätten den Nachweis eines hochgiftigen Stoffes erbracht, der in Russland nicht natürlich vorkomme.
Śmierć Nawalnego. Ustalenia pięciu państw
Śmierć Nawalnego. Ustalenia pięciu państwOLIVER BUNIC/AFP/East News

Grundlage der Bewertung seien unabhängige Untersuchungen von Proben Nawalnys in mehreren nationalen Laboren der beteiligten Staaten. Dabei sei eindeutig Epibatidin festgestellt worden, hieß es. Die organische Verbindung kommt natürlicherweise bei bestimmten tropischen Froscharten in Südamerika vor.

Die russischen Behörden hatten erklärt, Nawalny sei eines natürlichen Todes gestorben. Angesichts der hohen Toxizität des nachgewiesenen Stoffes und der berichteten Symptome sei jedoch eine Vergiftung als Todesursache „höchst wahrscheinlich“, teilten die fünf Staaten mit. Sie machten den russischen Staat für den Tod des Kreml-Kritikers verantwortlich.

Auch europäische Politiker äußerten sich entsprechend. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte auf der Plattform X, Nawalny sei mit einem der tödlichsten Nervengifte getötet worden. 

Der britischen Innenministerin Yvette Cooper zufolge verfügten nur die russischen Behörden über „Mittel, Motiv und Gelegenheit“, ein solches Gift während der Haft einzusetzen.

Nawalny war am 17. Januar 2021 bei seiner Rückkehr aus Deutschland am Flughafen in Moskau festgenommen worden. Zuvor hatte er sich dort von einem früheren Giftanschlag erholt. Im Februar 2021 wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt und in eine Strafkolonie überstellt. Nach Angaben des russischen Strafvollzugs starb er dort am 16. Februar 2024.

Anfang Februar 2026 urteilte zudem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, Russland habe mit der Festnahme Nawalnys gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoßen. Das Gericht sah unter anderem das Recht auf Leben sowie das Verbot unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung verletzt.


PAP/jc

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