Deutsche Redaktion

Sikorski in München: Europa muss an den Verhandlungstisch

15.02.2026 08:02
Europa trägt nach Angaben des polnischen Außenministers Radosław Sikorski inzwischen den Großteil der Kosten für die Unterstützung der Ukraine und sollte deshalb einen Platz bei möglichen Friedensverhandlungen erhalten. „Derzeit sind wir es, die für den Krieg zahlen. Der amerikanische Beitrag lag im vergangenen Jahr nahe null“, sagte Sikorski am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
Radosław Sikorski podczas wystąpienia w Monachium
Radosław Sikorski podczas wystąpienia w MonachiumPAP/EPA/RONALD WITTEK

Europa kaufe amerikanische Waffen, um sie an die Ukraine weiterzugeben, betonte der Minister. „Und da wir zahlen, verdienen wir einen Platz am Tisch“, sagte er unter dem Applaus des Publikums. Der Ausgang des Krieges werde direkte Auswirkungen auf die Sicherheit Europas und dessen Rolle in einer künftigen Sicherheitsordnung haben.

Es gehe nicht nur um die Zukunft der Ukraine oder die NATO-Ostflanke, sondern auch um die Stellung Europas in der künftigen Sicherheitsarchitektur, sagte Sikorski weiter. Die USA hätten Möglichkeiten, den Druck auf Russland zu erhöhen, die bislang nicht genutzt worden seien. Mit Blick auf den US-Präsidenten Donald Trump sagte er, dieser liege nicht falsch mit der Einschätzung, dass man in einer brutalen Welt seine Karten offenlegen müsse.

Sollte die Ukraine zu einem für sie ungünstigen Abkommen gedrängt werden, werde Europa seine Unterstützung fortsetzen, kündigte Sikorski an. „Die Ukraine sollte entscheiden, wann sie ein Abkommen schließt“, sagte er. 

Nach der Diskussionsrunde erklärte Sikorski vor Journalisten, die NATO befinde sich im Wandel und Europa werde mehr Verantwortung übernehmen. Es habe eine „reife transatlantische Debatte“ über die künftige Ausgestaltung des Bündnisses begonnen. Europa werde mehr Verantwortung für die territoriale Verteidigung auf dem Kontinent tragen.


PAP/jc

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