Deutsche Redaktion

Weißes Haus weist Selenskyj-Kritik zurück – „Situation auch für US-Steuerzahler unfair“

19.02.2026 08:57
Das Weiße Haus hat die Kritik des ukrainischen Präsidenten Wołodymyr Selenskyj an der Verhandlungsstrategie der USA im Ukraine-Krieg zurückgewiesen. „Die gesamte Situation ist unfair – auch für die amerikanischen Steuerzahler“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Mittwoch in Washington.
Karoline Leavitt zdradziła szczegóły planu pokojowego dla Ukrainy i Rosji
Karoline Leavitt zdradziła szczegóły planu pokojowego dla Ukrainy i Rosji Pool/ABACA/Abaca/East News

Selenskyj hatte dem Portal Axios gesagt, es sei „nicht fair“, dass US-Präsident Donald Trump öffentlich vor allem die Ukraine zu Zugeständnissen auffordere, nicht jedoch Russland.

Leavitt wies diese Darstellung zurück. Trump und sein Team hätten „enorme Mengen an Zeit und Energie“ darauf verwendet, den Krieg zu beenden – „einen Krieg, der sehr weit von den Vereinigten Staaten von Amerika entfernt ist“.

Die Sprecherin verwies darauf, dass am Dienstag in Genf eine weitere Runde trilateraler Gespräche stattgefunden habe; eine weitere Verhandlungsrunde sei geplant. Trump halte die Lage insgesamt für „sehr unfair – nicht nur für Russen und Ukrainer, die ihr Leben verloren haben, sondern auch für die amerikanischen Steuerzahler, die diese Kriegsanstrengungen finanziert haben, bis Präsident Trump dem ein Ende gesetzt hat“, sagte Leavitt.


Nach Angaben von Axios stellten die russischen Unterhändler bei den Gesprächen in Genf weitreichende Forderungen, wodurch die Verhandlungen „festgefahren“ seien. Ungeachtet dessen hatte Trump in den vergangenen Tagen mehrfach erklärt, Russland sei zu einem Abkommen bereit, während die Ukraine ein Hindernis darstelle.

Selenskyj zog nach den Gesprächen in Genf eine verhaltene Bilanz. Die Militärvertreter hätten Teile der Themen „ernsthaft und sachlich“ erörtert, sagte er. „Sensible politische Fragen, Fragen möglicher Kompromisse sowie ein notwendiges Treffen der Staats- und Regierungschefs sind noch nicht ausreichend ausgearbeitet.“

Zugleich hob der ukrainische Präsident hervor, dass Vertreter mehrerer europäischer Staaten – darunter Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien – sowie die Schweiz als Gastgeber an den Gesprächen teilgenommen hätten. „Wir in der Ukraine haben stets die Position vertreten, dass Europa am Prozess beteiligt sein sollte“, sagte Selenskyj und dankte der amerikanischen Seite „dafür, dass diese Position gehört wurde“.


PAP/Axios/jc