Deutsche Redaktion

Ukrainischer Botschafter: Die letzten vier Jahre waren schwer – aber wir sind nicht allein

25.02.2026 11:43
Vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion hat der ukrainische Botschafter in Polen, Wasyl Bodnar, die anhaltende Unterstützung aus der EU als entscheidenden Hoffnungsschimmer bezeichnet. „Die letzten vier Jahre waren sehr schwierig, aber es gibt uns Mut, dass wir nicht allein sind, dass wir starke Unterstützung aus der Europäischen Union haben und eine europäische Zukunft sehen“, sagte Bodnar im Gespräch mit der Nachrichtenagentur PAP.
Botschafter Wasyl Bodnar
Botschafter Wasyl BodnarPiotr Podlewski/ Polskie Radio

Seit dem 24. Februar 2022 seien mehr als fünf Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer ins Ausland geflohen, über elf Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden. Tausende hätten ihre Häuser und ihre Lebensgrundlage verloren. „Wir kämpfen weiter, auch wenn die Bedingungen sehr schwierig sind“, betonte Bodnar. Der vergangene Winter sei besonders hart gewesen. Ohne die Unterstützung Polens und anderer Partner wäre es kaum möglich, den Widerstand aufrechtzuerhalten.

Die Perspektive eines EU-Beitritts sei für viele Menschen in der Ukraine ein wichtiger Antrieb. „Diese europäische Zukunft ist eine Garantie dafür, dass unser Kampf nicht vergeblich war“, sagte der Botschafter.

Zugleich unterstrich Bodnar die Rolle seines Landes für die Sicherheit Europas. Die Ukraine verfüge über umfangreiche Kampferfahrung und habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Lösungen entwickelt – nicht nur im militärischen Bereich, sondern auch in der IT, im Zivilschutz, in der Kommunalverwaltung und im Gesundheitswesen. „Die Ukraine ist heute faktisch ein Beitragsleister zur europäischen Sicherheit“, sagte er.

Mit Blick auf mögliche Friedensverhandlungen betonte Bodnar, dass vor allem die USA über ausreichende Mittel verfügten, um Druck auf Russland auszuüben – sowohl durch diplomatische Initiativen als auch durch Sanktionen. Zugleich zeigte er sich zufrieden mit dem Dialog zwischen Kiew und Washington sowie mit der Einbindung europäischer Partner, darunter Polen.

Die von Moskau kommenden Signale deuteten jedoch nicht auf einen ernsthaften Friedenswillen hin. „Für Wladimir Putin hat menschliches Leben keinen Wert“, sagte Bodnar. Die Ukraine müsse jeden Soldaten schützen und zugleich an die Zukunft denken. „Wir sind in einer schwierigeren Lage, aber das heißt nicht, dass wir aufgeben müssen.“

Abschließend kritisierte der Botschafter die internationale Sicherheitsordnung. Institutionen wie die Vereinten Nationen oder die OSZE hätten sich als nicht ausreichend wirksam erwiesen, um Kriege zu verhindern. „Die alte Weltordnung hat sich verändert. Wir müssen etwas Neues schaffen, das funktioniert“, sagte Bodnar.


IAR/PAP/jc

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