Deutsche Redaktion

Vor 125 Jahren starb der Maler Aleksander Gierymski

06.03.2026 09:26
Am 6. März 1901 starb in Rom der Maler und Zeichner Aleksander Gierymski, Autor von Gemälden wie „Jüdin mit Orangen“, „Das Fest der Trompeten“, „Im Pavillon“ und „Das Innere der Markusbasilika in Venedig“, die heute zum Kanon der schönsten Werke der polnischen Malerei zählen.
Die Sandschpfer von Aleksander Gierymski im polnischen Nationalmuseum in Warschau
Die Sandschöpfer von Aleksander Gierymski im polnischen Nationalmuseum in Warschaufot. Josephine Schwark

Lange Zeit war das genaue Todesdatum des Künstlers unbekannt. Man ging davon aus, dass er zwischen dem 6. und 8. März 1901 gestorben sei. Erst im Jahr 2025 entdeckte die Kunsthistorikerin Dominika Wronikowska-Sfilio im Archiv einer ehemaligen psychiatrischen Klinik in Rom medizinische Unterlagen des Malers. Daraus geht hervor, dass Gierymski am 6. März 1901 um 21.30 Uhr im römischen psychiatrischen Krankenhaus Santa Maria della Pietà starb. Beigesetzt wurde er auf dem römischen Friedhof Verano.

Ignacy Aleksander Gierymski gilt als einer der Wegbereiter des polnischen Impressionismus. Er war der jüngere Bruder von Maksymilian Gierymski, ebenfalls Maler und Teilnehmer am Januaraufstand.

Die Brüder verbrachten ihre Kindheit in Warschau in der Umgebung des Ujazdowski-Schlosses. Die eigentliche Inspiration für Aleksander fand sich jedoch in den ärmeren Stadtvierteln – in Powiśle, Czerniaków und Solec. Dort entstanden Motive für eines seiner berühmtesten Werke, „Das Fest der Trompeten“, sowie für die Jüdin mit Orangen.


Aleksander Gierymski, "Święto Trąbek", 1884, Muzeum Narodowe w Warszawie Aleksander Gierymski, "Święto Trąbek", 1884, Muzeum Narodowe w Warszawie

Gierymski studierte zunächst an der Zeichenschule in Warschau und anschließend an der Akademie der Bildenden Künste in München, die er mit einer Auszeichnung für das Gemälde „Gerichtsszene aus dem Kaufmann von Venedig“ abschloss. Er arbeitete auch als Illustrator für Zeitschriften wie „Kłosy“, „Tygodnik Ilustrowany“ und „Wędrowiec“.

Viele Jahre verbrachte er im Ausland – vor allem in Italien, München und Paris. Nach der Begegnung mit den Impressionisten begann er intensiv mit Licht und Farbe zu experimentieren.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören unter anderem Warschauer Stadtlandschaften sowie nächtliche Stadtansichten wie „Der Louvre bei Nacht“ oder „Straße in Rom“. Eines der wichtigsten Werke aus seiner späten Schaffensperiode ist „Das Innere der Markusbasilika in Venedig“ aus dem Jahr 1899.


"Trumna chłopska" - obraz Aleksandra Gierymskiego, który znalazł się na wystawie "Polaków portret własny" "Trumna chłopska", Aleksander Gierymski

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte der Künstler vor allem in Italien, wo sich auch sein psychischer Zustand zunehmend verschlechterte.


PAP/jc

 

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