Ziel der Kommission ist es, das Phänomen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch Geistliche in der katholischen Kirche in Polen zu untersuchen.
Diskussion über Unabhängigkeit
Die Idee einer solchen Kommission hatten die Bischöfe bereits im März 2023 beschlossen. Ein Team unter Leitung des polnischen Primas, Wojciech Polak, erarbeitete zunächst die grundlegenden Dokumente für das Projekt.
Im Juni vergangenen Jahres übergaben die Bischöfe die weitere Ausarbeitung jedoch einer neuen Arbeitsgruppe unter Leitung von Sławomir Oder. Diese sollte vor allem die rechtlichen und technischen Grundlagen präzisieren.
Der neue Entwurf löste allerdings Kritik aus. Der Theologe Grzegorz Strzelczyk und eine Gruppe von Experten warfen der Arbeitsgruppe in einem offenen Brief vor, die Unabhängigkeit der Kommission zu schwächen und den Bischöfen zu viel Einfluss auf ihre Arbeit einzuräumen.
Auch der Priester Piotr Studnicki äußerte Bedenken. Bestimmungen, die es Bischöfen erlaubten, in Forschungsarbeiten einzugreifen oder den Zugang zu Informationen zu begrenzen, könnten die Wirksamkeit der Kommission untergraben.
Mehrere polnische Diözesen haben bereits eigene Gremien eingerichtet, die sich mit Missbrauchsfällen befassen. Nun soll erstmals eine landesweite unabhängige Kommission die Vorgänge innerhalb der katholischen Kirche in Polen untersuchen.
IAR/jc