Eine Falcon-9-Rakete hat die ersten polnische Satelliten ins All gebracht – den militärischen Micro SAR sowie die Geräte aus dem Piast-Programm. In der Umlaufbahn wurde auch ein Forschungs-Nanosatellit des polnischen Unternehmens SatDev platziert. „Wir haben mit allen in der Nacht gestarteten Satelliten Kontakt aufgenommen – darunter auch mit dem ersten Satelliten für die polnischen Streitkräfte. Jetzt beginnen wir mit der Test- und Kalibrierungsphase. Nach deren Abschluss wird der Satellit an die Streitkräfte übergeben“, teilte das Unternehmen ICEYE mit.
Die ICEYE-Radarsatelliten sollen die Aufklärungsfähigkeit der polnischen Streitkräfte stärken. „SAR-Satelliten liefern ein umfassenderes Bild der operativen Lage und ermöglichen die Erdbeobachtung sowie die präzise Erkennung von Objekten unter allen Wetterbedingungen, unabhängig von der Tageszeit – was sie von optischen Instrumenten unterscheidet und zu einer wichtigen Ergänzung macht“, hieß es in einer Mitteilung.
Eigenständigkeit im Weltraum
Juliusz Sabak vom „Portal Obronny“ verwies auf den Kontext des seit 2022 an der polnischen Ostgrenze andauernden Krieges. Eigenständigkeit im Weltraumbereich sei daher für die polnischen Streitkräfte von großer Bedeutung. „Bisher mussten wir uns auf das verlassen, was uns die Verbündeten geliefert haben (…), „der Krieg hat sich nach oben verlagert bis in den Weltraum“, so der Experte. „Wir brauchen noch mehr dieser Aufklärungssatelliten, aber wir benötigen auch eigene nationale Kommunikationssatelliten und müssen letztlich eine vollständige Struktur aufbauen“, erklärte er.
Der Chefredakteur der „Nowa Technika Wojskowa“, Mariusz Cielma, hat den Start der ersten polnischen Satelliten hingegen als Durchbruch und als Signal für den Aufbau eigener nationaler Raumfahrtkompetenzen bezeichnet. „Worauf Experten hinweisen – und was im Grunde ein Problem ganz Europas sein dürfte – sind die Fähigkeiten, Satelliten überhaupt ins All zu bringen. Auch daran müssen wir arbeiten“, betonte er.
Die hochmodernen Satelliten von ICEYE operieren auf niedriger Erdumlaufbahn in etwa 600 bis 700 Kilometern Höhe und ermöglichen eine präzise Erdbeobachtung. ICEYE betreibt eine globale Satellitenkonstellation und arbeitet bereits mit internationalen Partnern wie den USA, Großbritannien und Spanien zusammen. Auch die Ukraine nutzt ICEYE-Daten zur militärischen Einsatzplanung.
PR/ps