Deutsche Redaktion

Rekord-Spendenaktion im Netz

27.04.2026 10:00
Ein polnischer YouTuber sammelt in neuen Tagen 60 Millionen Euro für krebskranke Kinder. Die Aktion löst nicht nur Begeisterung aus, sondern auch gesellschaftspolitische Debatten. Außerdem geht es um Ausländer, die in Polen Wohnungen kaufen. 
Łatwogang na streamie zebrał ponad 130 milionów złotych na dzieci chorujące na raka
Łatwogang na streamie zebrał ponad 130 milionów złotych na dzieci chorujące na rakaYouTube/latwogang (screen)

DO RZECZY: Rekord-Spendenaktion im Netz

Die polnische Influencer-Szene hat ein beispielloses Zeichen gesetzt: Der YouTuber Piotr „Łatwogang“ Garkowski sammelte in einem 9-tägigem Livestream Spenden für die Stiftung Cancer Fighters, die krebskranke Kinder unterstützt. Die Resonanz war enorm. Insgesamt wurden über 250 Millionen Zloty gesammelt (fast 60 Millionen Euro). Ursprünglich sollte die Aktion am Sonntag um 16 Uhr enden, wurde jedoch aufgrund des anhaltenden Erfolgs bis fast 22 Uhr verlängert. Mit dieser Summe stellte der Stream einen neuen Guinness-Weltrekord für die höchste Spendensumme im Rahmen einer Live-Übertragung auf. Der bisherige Rekord stammte aus Frankreich, wo im Jahr 2025 rund 19,5 Millionen US-Dollar gesammelt wurden.

Die Aktion löste nicht nur Begeisterung aus, sondern auch gesellschaftspolitische Debatten. Die Journalistin Karolina Korwin-Piotrowska würdigte zwar die enorme Mobilisierungskraft junger Menschen im Internet, verband dies jedoch mit einer deutlichen Kritik am Zustand staatlicher Institutionen. Ihrer Ansicht nach zeige der Erfolg der Spendenaktion auch, wie sehr sich Bürgerinnen und Bürger gezwungen sähen, Lücken im Gesundheitssystem selbst zu schließen.

Korwin-Piotrowska hob hervor, dass solche Initiativen zwar Hoffnung stiften, gleichzeitig aber ein strukturelles Problem verdeutlichen: Ein Staat, der sich zunehmend darauf verlasse, dass die Gesellschaft in Krisensituationen selbst für Hilfe sorgt. Die beeindruckende Solidarität werde so zum Symptom eines Systems, das an seine Grenzen stoße, lesen wir in der Wochenzeitschrift Do Rzeczy. 

WIRTUALNA POLSKA: Umfrage offenbart tiefe politische Spaltung in Polen 

Die Bewertung der bisherigen Präsidentschaft von Karol Nawrocki fällt in Polen äußerst gespalten aus. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts United Surveys für das Nachrichtenportal Wirtualna Polska bewerten 47 Prozent der Befragten seine Amtsführung positiv, während fast 50 Prozent eine negative Einschätzung abgeben.

Im Detail zeigt sich ein nahezu ausgeglichenes, jedoch stark polarisiertes Bild: 28 Prozent der Befragten äußerten sich sehr positiv, weitere 19 Prozent eher positiv. Demgegenüber stehen fast 32 Prozent sehr negative und beinahe 18 Prozent eher negative Bewertungen.

Besonders deutlich wird die gesellschaftliche Spaltung bei der Betrachtung politischer Präferenzen. Unter Anhängern der Regierungskoalition fällt das Urteil nahezu einhellig negativ aus: 97 Prozent bewerten die Präsidentschaft kritisch, ein Großteil davon sogar entschieden. Positive Stimmen sind in diesem Lager praktisch nicht vorhanden. Ganz anders sieht es bei Wählern der Opposition aus – darunter Anhänger von PiS, Konfederacja und Razem. Hier überwiegt die Zustimmung deutlich: 80 Prozent bewerten Nawrockis Amtsführung positiv. In dieser Gruppe ist auch der Anteil stark positiver Bewertungen besonders hoch. 

SUPER EXPRESS: Immer mehr Ausländer investieren in Polen 

Polen entwickelt sich zunehmend zu einem attraktiven Ziel für ausländische Immobilienkäufer, informiert Super Express. Aktuelle Daten des Innenministeriums zeigen, dass im vergangenen Jahr mehr als 17.700 Wohnungen sowie rund 2.400 Gewerbeimmobilien von Ausländern erworben wurden – ein neuer Höchstwert.

Parallel dazu ist auch die Zahl der Anträge auf Immobilienkäufe durch Personen aus Nicht-EU-Staaten gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete man hier einen Anstieg um 11 Prozent. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass viele ausländische Käufer nicht nur temporär in Polen arbeiten, sondern eine dauerhafte Niederlassung anstreben.

Besonders gefragt sind dabei nicht nur Neubauten, sondern auch ältere Wohnungen, darunter Plattenbauten aus der sozialistischen Ära, schreibt Super Express. Diese gelten als vergleichsweise günstige Alternative und punkten oft durch ihre zentrale Lage – ein Vorteil sowohl für Eigennutzer als auch für Investoren im Mietmarkt.

Die größte Käufergruppe stellen ukrainische Staatsbürger dar, die im Jahr 2025 mehr als 9.000 Wohnungen erwarben. Auch Käufer aus Belarus zeigen eine hohe Aktivität. Darüber hinaus wächst das Interesse von Investoren aus Ländern wie Großbritannien, der Türkei und Indien.

Auffällig ist zudem die regionale Verteilung der Verkäufe: Besonders viele Immobilien wechseln in grenznahen Regionen den Besitzer, insbesondere in den Woiwodschaften Pommern und Westpommern.

 

Autor: Jakub Kukla

 

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