Papst Paul VI. hat 1974 mit der Apostolischen Exhortation „Nobis in animo“ die Kollekte „pro Terra Sancta“ eingeführt. Sie soll „die Christen unterstützen, die an den Orten leben, die Zeugen des Lebens Jesu und seiner Jünger waren, an denen die Gemeinschaft der Kirche entstand“. In Polen wird sie als Kollekte für das Heilige Grab bezeichnet. Die gesammelten Mittel werden für vom Heiligen Stuhl festgelegte Zwecke verwendet – für das Lateinische Patriarchat von Jerusalem unter Leitung von Kardinal Pierbattista Pizzaballa, für die orientalischen Kirchen sowie für die Franziskanerkustodie des Heiligen Landes.
Der Präfekt des vatikanischen Dikasteriums für die orientalischen Kirchen, Kardinal Claudio Gugerotti, hat zur Unterstützung und zum Gebet für den Frieden im Heiligen Land aufgerufen. In einem Schreiben an alle Bischöfe der Welt bat er um materielle Hilfe für Christen, die unter Krieg, Armut und Unsicherheit leiden. Wie er betonte, „wäre das Heilige Land ohne Gläubige ein verlorenes Land, denn die lebendige Erinnerung an die Orte unseres Heils würde verschwinden“.
„Die Spenden aus der Karfreitagskollekte in katholischen Kirchen weltweit fließen größtenteils in den Unterhalt von Schulen, Arbeitsplätzen und Krankenhäusern, also in karitative Einrichtungen und nicht in Kultstätten“, sagte Pater Jerzy Kraj aus Jerusalem, Leiter bei St. Johannes dem Täufer in Ain Karem, der polnischen Presseagentur PAP. Ihm nach verschlechtere sich die Lage der Christen im Heiligen Land zunehmend. „Im Zusammenhang mit dem Krieg haben viele Menschen ihre Arbeit verloren, weil der Tourismus und die Pilgerbewegungen zum Stillstand gekommen sind.
Derzeit leben sie von ihren Ersparnissen sowie von Spenden der Gläubigen weltweit und der Unterstützung verschiedener christlicher Institutionen. Sollte diese Situation jedoch länger andauern, besteht die Gefahr, dass einige von ihnen versuchen werden, für sich und ihre Familien Lebensmöglichkeiten in anderen Teilen der Welt zu suchen“, sagte der Direktor des Christlichen Informationszentrums in Jerusalem.
Christen aller Konfessionen und Riten machen nur etwa 2 Prozent der Bevölkerung im Heiligen Land aus – sowohl in Israel als auch in den Palästinensischen Autonomiegebieten. Die meisten von ihnen sprechen Arabisch. Die Franziskanerkustodie des Heiligen Landes betreut die heiligen Stätten. Sie verfügt über 27 Pfarreien und 55 Heiligtümer, schafft rund 1100 Arbeitsplätze für Christen, betreibt 15 Schulen, 5 Altenheime sowie 6 Pilgerhäuser und vergibt mehr als 500 Stipendien.
IAR/PR/ps