Zugleich fehlt es oft an Unterstützung durch Erwachsene. Bis zu 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler geben an, kaum oder nie mit Eltern oder Lehrern über Risiken im Internet zu sprechen. Darauf wies der Medienpädagoge Jacek Pyżalski von der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań/Posen hin.
Die Studie zeigt auch: Viele Jugendliche kommen mit problematischen Inhalten in Kontakt. Dazu zählen aggressive oder pornografische Inhalte sowie riskante Online-Kontakte. Dennoch glauben 60 bis 75 Prozent der Befragten, dass sie keine zusätzliche Aufklärung benötigen.
„Das ist eine große Herausforderung“, sagte Pyżalski. „Wie soll man diejenigen erreichen, die sich selbst für Experten halten?“
Gleichzeitig überschätzen viele Jugendliche ihre eigenen digitalen Kompetenzen. Es gebe reale Probleme, aber auch die Überzeugung, alles im Griff zu haben, so der Forscher.
Die Art der Internetnutzung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Computer und Laptops spielen eine geringere Rolle. Für die meisten jungen Menschen ist das Smartphone heute das zentrale Gerät. Dadurch verschwimmt die Grenze zwischen Online- und Offline-Zeit.
Einige verbreitete Annahmen relativiert die Studie jedoch. Nur etwa 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler nutzen ihr Smartphone häufig im Unterricht. Rund die Hälfte gibt an, dies selten oder nie zu tun.
Nach Einschätzung der Forscher ist nicht die Dauer der Nutzung das größte Problem, sondern die Art der Nutzung. Der Zusammenhang zwischen Online-Zeit und psychischer Gesundheit sei sehr gering.
Problematisch ist dagegen die Nutzung in der Nacht. Etwa ein Viertel der Befragten ist täglich oder noch häufiger nachts online. Das könne den Schlafrhythmus stören und sich negativ auf die Gesundheit auswirken.
Die Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 16 Jahren in Polen und ist Teil des internationalen Forschungsnetzwerks EU Kids Online.
PAP/jc