Botschafter Krzysztof Krajewski hat am Freitag gemeinsam mit einer Delegation von Mitarbeitern der polnischen Vertretung sowie Vertretern der Polonia an zwei Gedenkfeiern teilgenommen – auf dem Polnischen Soldatenfriedhof in Katyń und am Ort der Katastrophe von Smoleńsk, teilte die Botschaft Polens in |Russland auf Facebook mit.
„Wie bereits im vergangenen Jahr kam es zu Versuchen, den Ablauf der Feiern zu stören. In der Nähe des Friedhofs erschien eine Gruppe von ‚Aktivisten‘, die feindselige Parolen riefen und versuchten, die Würde des Ortes und die historische Wahrheit über das Verbrechen anzugreifen“, erklärte die Botschaft. „Die Zeremonie verlief trotz der Störversuche durch eine Gruppe sogenannter Aktivisten, die antipolnische Parolen riefen, in einer würdevollen Atmosphäre.“
Die Delegation aus Mitarbeitern der polnischen Botschaft in Moskau, Angehörigen des Staatlichen Personenschutzes sowie Vertretern der Polonia hat im russischen Teil der Gedenkstätte in Katyń die Opfer der Massenerschießungen durch den NKWD im Jahr 1940 sowie Opfer stalinistischer Repressionen anderer Nationalitäten geehrt und als Zeichen der Solidarität angesichts totalitärer Verbrechen einen Kranz niedergelegt. Der Hauptteil der Feierlichkeiten fand auf dem Gelände des Polnischen Soldatenfriedhofs in Katyń statt. Die Anwesenden haben gemeinsam für die ermordeten Kriegsgefangenen gebetet. Der Leiter der polnischen Mission hat zudem weiß-rote Blumensträuße mit den Namen Tausender polnischer Offiziere an der Gedenkwand niedergelegt.
Gedenken in würdiger und ernster Atmosphäre
Auch am Ort der Katastrophe von Smoleńsk wurden Kränze niedergelegt und Grablichter entzündet; die Namen aller 96 Opfer wurden verlesen. Auch dort haben Provokateure versucht, das Gedenken zu stören. „Die Zeremonie verlief trotz der Störversuche durch eine Gruppe sogenannter Aktivisten, die antipolnische Parolen riefen, in würdiger Atmosphäre. Unter dem neuen Kreuz sowie an der symbolischen Birke wurden Grablichter entzündet und weiß-rote Kränze niedergelegt – ein Zeichen dafür, dass die Wahrheit über diesen Ort das Fundament eines freien Polen bleibt“, hieß es in dem Facebook-Beitrag der polnischen Botschaft.
Polens Botschafter hat an die tragische historische Klammer zwischen 1940 und 2010 erinnert. Wie er betonte, war die Delegation vor sechzehn Jahren unterwegs, um der Opfer des Massakers von Katyń zu gedenken – der Offiziere, deren Namen nach der Aggression der Sowjetunion vom 17. September 1939 aus der Geschichte getilgt werden sollten. „Heute können die Angehörigen der Katyń-Familien nicht persönlich hier sein, um das Holz dieses Kreuzes zu berühren. Deshalb stehen wir hier als Vertreter der Republik Polen als ihre lebendige Ehrenwache“, sagte der Botschafter.
IAR/fb/ps