An den Gedenkveranstaltungen nahmen Vertreter der jüdischen Gemeinschaft, Holocaust-Überlebende, Gerechte unter den Völkern sowie Präsident Karol Nawrocki teil. Eingeleitet wurden die Feierlichkeiten durch Sirenen.
„Wir stehen heute vor dem Denkmal der Helden des Ghettos, die vor 83 Jahren den Kampf ohne Hoffnung auf Sieg, aber mit unerschütterlichem Glauben an den Sinn des Widerstands aufgenommen haben“, sagte der Schauspieler Andrzej Ferenc, der die Zeremonie leitete. Eine kleine Gruppe schlecht bewaffneter Kämpfer habe sich der gewaltigen Maschinerie des deutschen Terrors entgegengestellt. Viele Überlebende hätten später auch am Warschauer Aufstand teilgenommen.
Nach der Kranzniederlegung begaben sich die Teilnehmer auf einen Gedenkmarsch entlang von Orten, die mit der Geschichte des Ghettos verbunden sind. Der Marsch führte unter anderem zum Żegota-Denkmal, zur Gedenktafel für Szmul Zygielbojm, zum Bunker von Anielewicz sowie zum Umschlagplatz.
Parallel dazu organisiert das Museum der Geschichte der polnischen Juden POLIN die Aktion „Narzissen“ unter dem Motto „Uns verbindet die Erinnerung“. Hunderte Freiwillige verteilen auf den Straßen gelbe Papiernarzissen als Symbol des Gedenkens. Ergänzt wird das Programm durch einen Stadtspaziergang unter dem Titel „Kämpferinnen im Schatten der Geschichte“ sowie ein abendliches Konzert der Sinfonia Varsovia im POLIN-Museum.
Der Aufstand im Warschauer Ghetto war der größte bewaffnete Widerstand von Juden während des Zweiten Weltkriegs. Er begann am 19. April 1943, als deutsche Truppen die endgültige Liquidierung des Ghettos einleiteten. Der Aufstand dauerte bis zum 16. Mai 1943 und endete mit der vollständigen Zerstörung des Ghettos.
Zum Zeitpunkt des Ausbruchs hielten sich im Ghetto etwa 50.000 bis 70.000 Juden auf. Rund 6.000 kamen in den Kämpfen ums Leben, weitere 7.000 wurden ermordet, ebenso viele nach Treblinka deportiert. Etwa 36.000 Menschen wurden in die deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, Majdanek und andere Lager verschleppt.
IAR/jc