Deutsche Redaktion

Polen erinnert an Opfer der Tschernobyl-Katastrophe

26.04.2026 13:59
In Polen wird in diesen Tagen der Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gedacht. Das Unglück jährt sich zum 40. Mal.
Die Sperrzone um das Kernkraftwerk Tschernobyl umfasst eine Flche von 2.600 Quadratkilometern und liegt sowohl in Belarus als auch in der Ukraine.
Die Sperrzone um das Kernkraftwerk Tschernobyl umfasst eine Fläche von 2.600 Quadratkilometern und liegt sowohl in Belarus als auch in der Ukraine. PAP/EPA/MAXAR TECHNOLOGIES HANDOUT

Auch Polen war von den Folgen unmittelbar betroffen. Die radioaktive Wolke aus dem damals sowjetischen Kernkraftwerk nahe der ukrainischen Stadt Prypjat erreichte das Land bereits zwei Tage nach der Explosion.

Die kommunistische Führung informierte die Bevölkerung jedoch erst verspätet über das Unglück und spielte mögliche Gesundheitsrisiken herunter. Regierungssprecher Jerzy Urban erklärte damals, es bestehe keine Gefahr für die Gesundheit, und es sei keine erhöhte Radioaktivität im Land festgestellt worden.

In der Nacht vom 25. zum 26. April 1986 um 1.23 Uhr kam es zu einem Reaktorausfall, einer Wasserstoffexplosion und einem Brand. Große Mengen radioaktiver Stoffe wurden in die Atmosphäre ausgestoßen. Ein Gebiet von 125.000 bis 146.000 Quadratkilometern an der Grenze zwischen Weißrussland, der Ukraine und Russland wurde radioaktiv verseucht. Die daraus resultierende radioaktive Wolke hatte sich über weite Teile Europas ausgebreitet. 

Unmittelbar nach der Katastrophe starben 31 Menschen. Es waren Feuerwehrleute und Soldaten, die bei der Bekämpfung des Brandes im Kraftwerk einer tödlichen Strahlendosis ausgesetzt waren.

Die Zahl der indirekten Opfer, die an der chronischen Strahlenkrankheit starben, könnte nach verschiedenen Quellen zwischen 4.000 und 200.000 liegen. Es war die größte Katastrophe in der Geschichte der Kernkraft und eine der größten Industriekatastrophen des 20. Jahrhunderts.


IAR/jc