Die EU will zollfreie Stahlimporte deutlich kürzen und damit die europäische Industrie, darunter auch die polnischen Hütten, vor weiterem Preisdruck schützen. Unterhändler des Europaparlaments und der Mitgliedstaaten einigten sich darauf, die zollfreien Kontingente ab Mitte des Jahres im Vergleich zu den Grenzwerten von vor zwei Jahren um 47 Prozent zu senken.
Mengen oberhalb der neuen Quoten sollen künftig mit Zöllen von 50 statt bisher 25 Prozent belegt werden. Nach Angaben aus Brüssel würden so mehr als 18 Millionen Tonnen billigen Stahls weniger auf den EU-Markt gelangen. Polen zeigt sich mit den zentralen Punkten der Einigung zufrieden und prüft nun die Details.
Aus polnischer Sicht ist auch wichtig, dass die Ukraine trotz entsprechender Forderungen nicht von den neuen Regeln ausgenommen werden soll.
Besonders relevant ist zudem eine neue Anti-Umgehungsregel gegen Russland. Künftig soll die Herkunft von Stahl danach bestimmt werden, in welchem Land er zuerst geschmolzen und gegossen wurde. Damit soll verhindert werden, dass russischer Stahl in Drittstaaten weiterverarbeitet und anschließend trotz Sanktionen mit geänderter Herkunft in die EU exportiert wird.
IAR/adn