Deutsche Redaktion

Olympisches Komitee hält an umstrittenem Krypto-Vertrag fest

21.04.2026 12:00
Trotz wachsender Kritik und laufender Ermittlungen gegen die Kryptowährungsplattform Zondacrypto hält das Polnische Olympische Komitee (PKOl) an einem umstrittenen Sponsoringvertrag fest.
Śledztwo katowickiej Prokuratury Regionalnej ws. Zondacrypto
Śledztwo katowickiej Prokuratury Regionalnej ws. ZondacryptoLeszek Szymański/PAP

PKOl-Chef Radosław Piesiewicz sieht nach eigenen Angaben derzeit keinen Anlass, die Zusammenarbeit zu beenden. Das Unternehmen habe seine Verpflichtungen bislang erfüllt, sagte er am Montag. Eine Kündigung würde zudem eine Vertragsstrafe nach sich ziehen, die sich das Komitee nicht leisten könne.

Unterdessen wächst der Druck auf die Organisation. In Südpolen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Zondacrypto, nachdem Hunderte Nutzer berichtet hatten, keinen Zugriff mehr auf ihre Gelder zu haben. Der geschätzte Schaden liegt bei umgerechnet rund 80 Millionen Euro.

Von den Problemen sind auch polnische Olympiateilnehmer betroffen. Ihnen waren Prämien in Form von Krypto-Token zugesagt worden. Nach Angaben der Sportler können diese jedoch teilweise nicht ausgezahlt werden. Der Eisschnellläufer Damian Żurek wartet demnach auf rund 100.000 Złoty, der Skispringer Kacper Tomasiak auf mehr als 500.000 Złoty.


Scharfe Kritik kommt aus der Politik. Sportminister Jakub Rutnicki warf der Führung des Olympischen Komitees vor, die Verantwortung für die Situation zu tragen. Die Athleten seien um ihnen zustehende Prämien gebracht worden, erklärte er. Zudem sei der Sponsoringvertrag ohne ausreichende Abstimmung innerhalb des Komitees abgeschlossen worden.

Piesiewicz wies die Vorwürfe zurück. Die Vereinbarung sei in gutem Glauben geschlossen worden. Nach den Olympischen Spielen in Paris 2024 habe das Komitee unter finanziellem Druck gestanden, nachdem mehrere Sponsoren ihre Unterstützung beendet hätten. Ohne neue Einnahmen wäre die Teilnahme polnischer Athleten an internationalen Wettbewerben gefährdet gewesen.

Für zusätzliche Kontroversen sorgen widersprüchliche Angaben zur Rolle der Sicherheitsbehörden. Piesiewicz erklärte, er habe vor Vertragsabschluss eine Risikoanalyse beim Inlandsgeheimdienst angefordert, jedoch keine Antwort erhalten. Die Regierung bestreitet dies und erklärt, eine konkrete Anfrage zu Zondacrypto habe es nicht gegeben.


IAR/jc