Deutsche Redaktion

Ein Jahr nach Franziskus’ Tod: " Er hat Prozesse angestoßen, die nicht mehr aufzuhalten sind"

21.04.2026 12:15
Für Polen sei das konkret sichtbar gewesen: Während seines Pontifikats wurden nach Stempins Angaben elf polnische Bischöfe bestraft. Er verweist dabei auch auf den Fall von Kardinal Henryk Gulbinowicz, der nicht als Kardinal in Wrocław bestattet wurde.
Opublikowano nieznany dotąd wywiad ze śp. papieżem Franciszkiem
Opublikowano nieznany dotąd wywiad ze śp. papieżem FranciszkiemMARCO BERTORELLO/AFP/East News

Ein Jahr nach dem Tod von Papst Franziskus deuten polnische Theologen sein Pontifikat als Phase tiefgreifender Veränderungen in der Kirche. Im Vatikan wird am Dienstag mit einem Rosenkranz und einer Messe in Santa Maria Maggiore an den verstorbenen Papst erinnert; dort soll auch eine Botschaft von Papst Leo XIV. verlesen werden, der seine Afrika-Reise fortsetzt.

Der Vatikan-Experte Arkadiusz Stempin sagte der Nachrichtenagentur PAP, zu den wichtigsten Folgen des Pontifikats gehöre die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche. Franziskus habe Prozesse angestoßen, die nicht mehr aufzuhalten seien. Für Polen sei das konkret sichtbar gewesen: Während seines Pontifikats wurden nach Stempins Angaben elf polnische Bischöfe bestraft. Er verweist dabei auch auf den Fall von Kardinal Henryk Gulbinowicz, der nicht als Kardinal in Wrocław bestattet wurde.

Stempin sieht zudem in Franziskus’ Wunsch, in Santa Maria Maggiore und nicht in den vatikanischen Grotten beigesetzt zu werden, ein Symbol für seine Distanz zu institutionellem Glanz und kirchlichem Prunk.

Der Philosoph Aleksander Bańka von der Universität Schlesien beschreibt das Pontifikat mit drei Begriffen: Zärtlichkeit, Sorge für die Armen und Synodalität. Franziskus habe das Bild einer Kirche geprägt, die wie ein Feldlazarett Wunden verbinde und zunächst zuhöre. In Bezug auf die Migrationsfrage sagt Bańka, die Lehre der Kirche über Flüchtlinge sei zwar dieselbe, ihre konkrete Umsetzung falle in West- und Osteuropa aber unterschiedlich aus. Staaten an der EU-Ostgrenze müssten Mitgefühl für menschliche Not mit vernünftiger Sorge um die Sicherheit des Landes und seiner Bürger verbinden.

IAR/PAP/adn

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