Der Film „33 Fotos aus dem Ghetto“ von Jan Czarlewski schildert die Geschichte der Entdeckung von Fotografien, die dieses Ereignis dokumentieren. Die heimlich aufgenommenen Bilder des Feuerwehrmanns Leszek Grzywaczewski sind die einzigen bekannten Aufnahmen aus der Perspektive eines Zivilisten. Diese herausgeschmuggelten Fotos sind nach mehr als 80 Jahren ein Symbol der Erinnerung und des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Der Dokumentarfilm zeigt das vom Krieg verwüstete Warschau, in dessen Zentrum sich ein menschliches Drama abspielt – der brutal niedergeschlagene Aufstand im Ghetto.
Ein lebendiges Zeugnis dieser Ereignisse wird im Objektiv eines polnischen Feuerwehrmanns festgehalten. Das Bild der deutschen Verbrechen, in Form von Negativen bewahrt, bleibt über 80 Jahre lang unentdeckt. Erst danach findet der Sohn Grzywaczewskis, Maciej, die Filmstreifen mit Aufnahmen aus dem Inneren des Ghettos während des Aufstands. Es sind die einzigen bekannten Bilder aus dem Ghetto, die nicht von Deutschen gemacht wurden.
Eine wichtige Protagonistin des Films ist auch Roma – eine Überlebende des Ghettos und Augenzeugin nationalsozialistischer Verbrechen. Nach Jahren des Ringens mit den traumatischen Erinnerungen an ihr Leben im Ghetto, das sie als Kind erlebte, erzählt sie vor der Kamera ihre Geschichte. Diese eindringlichen Berichte sind ein äußerst wertvolles Material und ergänzen die im Film dargestellte Geschichte.
Nach der Vorführung hatten die Zuschauer Gelegenheit, an einem Gespräch mit dem Regisseur Jan Czarlewski und der Historikerin Dr. Eva Reder von der Universität Wien teilzunehmen. Ihre Forschungen konzentrieren sich auf Gewalt im Holocaust, Antisemitismus in Mittel- und Osteuropa sowie den breiteren Kontext massenhafter Verbrechen.
Der Regisseur sprach über die Geschichte der gezeigten Fotografien und den Entstehungsprozess des Films. Ein weiteres Thema war die Aktion „Jonquille“. Angesichts des internationalen Publikums hat das Polnische Institut die zentralen Ideen der Warschauer Kampagne, deren Geschichte und Bedeutung erläutert. Um die Aktion auch über die Grenzen Polens hinaus bekannt zu machen und ihre große historische Bedeutung zu unterstreichen, haben alle Zuschauer traditionelle Anstecknadeln in Form einer Narzisse erhalten.
Am 23. April findet im Polnischen Institut in Wien zudem eine Filmvorführung für Wiener Schulen statt, diesmal für ein jüngeres Publikum. Die Schüler werden die Möglichkeit haben, sich mit der auf Filmnegativen festgehaltenen Geschichte auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung hat einen klaren Bildungscharakter. Geleitet wird sie von Dr. Anita Borkowska vom Museum POLIN. Sie wird den inhaltlichen Teil übernehmen, die wichtigsten Fakten zum Aufstand im Ghetto vermitteln und Fragen der Jugendlichen beantworten.
Beide Veranstaltungen werden organisiert, um der Opfer des Aufstands im Warschauer Ghetto zu gedenken sowie historisches Wissen zu verbreiten und die Bildung über den Holocaust zu fördern.
Polnisches Institut in Wien/ps