Nach Angaben der Veranstalter werden die diesjährigen Polnischen Tage an der Universität Wien den Rhythmus des Campuslebens für drei Tage grundlegend verändern. Die Organisatoren setzen auf Offenheit und wollen einen Raum nicht nur für Studierende und akademisches Personal, sondern auch für die Wiener Bevölkerung sowie die zahlreiche polnische Diaspora schaffen. Die Veranstaltung zeige, dass die Polonistik in Österreich ein lebendiges und dynamisches Fach sei, das Menschen mit unterschiedlichen Interessen zusammenbringen kann. „Es sind Tage der polnischen Kultur, offen für alle – natürlich besonders auch für unsere Studierenden, aber ebenso für alle, die sich für die Kultur, Literatur und Geschichte Polens sowie für die polnische Sprache interessieren“, sagt Dr. Natalie Kosch von der Universität.
Ein wichtiger Aspekt der Polnischen Tage sei die Tätigkeit des Instituts für Slawistik als Lehr- und Forschungszentrum. An der Universität ist Polnisch eine von acht unterrichteten slawischen Sprachen und gehe über die klassische Philologie hinaus. Die Einrichtung ermögliche eine breitere Perspektive, die neben der Literatur auch Geschichte und gesellschaftliche Kontexte einbeziehe. Die Teilnehmer würden auch die seltene Gelegenheit haben, Übersetzer zu treffen, die Bolesław Prus’ „Die Puppe“ ins Deutsche übertragen haben. Nach Ansicht von Dr. Natalie Kosch sei dies ein hervorragendes Beispiel für den polnisch-österreichischen literarischen Dialog.
Das Programm eröffnet ein musikalischer Akzent mit der Geigerin Jolanta Sosnowska-Kern, die Werke polnischer Komponistinnen präsentieren wird. Die Pianistin Natalia Riling, die in Wiener Archiven originale Notenaufzeichnungen von Fryderyk Chopin entdeckt hat, wird Werke in ihrer ursprünglichen, von späteren Herausgebern nicht bearbeiteten Form aufführen.
Im Rahmen des Wajda-Jahres wird der Film „Wałęsa - Der Mann aus Hoffnung“ gezeigt. Der Film wird von einem Vortrag eingeleitet, der dem österreichischen Publikum das Phänomen der Solidarność-Bewegung sowie die Rolle Polens im Prozess der europäischen Einigung näherbringen soll.
Die Veranstaltung umfasst auch eine aktive Form der Geschichtsvermittlung. Der Journalist Sławomir Iwanowski hat einen Spaziergang auf den Spuren herausragender Polen im ersten Wiener Bezirk vorbereitet. Die Teilnehmer werden die Gelegenheit haben, viele Gedenktafeln und mit polnischen Persönlichkeiten verbundene Orte in der Wiener Altstadt zu entdecken.
Die Polnischen Tage werden auch ein Fest lebendiger Tradition und Volkskultur sein. Dank des Engagements von Vereinen wie „Mazurek“ oder dem Podhale- Verband können die Teilnehmer an Tanz-Workshops teilnehmen und mehr über die Symbolik polnischer Trachten erfahren. Wie Dr. Kosch betont, sei der Erfolg der Veranstaltung das Ergebnis einer außergewöhnlichen Mobilisierung der gesamten polnischen Gemeinschaft und ihrer Institutionen. „Die ganze Kraft der österreichischen Polonia hat sich hier vereint. Und daraus ist etwas wirklich Wunderbares und Großes entstanden – drei Tage, von morgens bis abends gefüllt mit verschiedensten Vorträgen und Workshops, das ist wirklich etwas Besonderes“, sagte sie gegenüber dem Polnischen Rundfunk.
Die breite Unterstützung durch die Botschaft der Republik Polen, das Konsulat, das Polnische Institut sowie die Polnische Akademie der Wissenschaften verleiht der Veranstaltung den Rang eines offiziellen Festes der polnischen Kultur in Österreich. Wie die Organisatoren betonen, werden die Polnischen Tage dank des Engagements von Slawistik-Studenten, die für die Übersetzung der Vorträge sorgen, zu einer vollständig inklusiven Veranstaltung, die dauerhafte Brücken zwischen den Nationen schlägt und das polnische Erbe auf höchstem akademischem Niveau präsentiert.
PR/ps