Deutsche Redaktion

Trump droht mit Truppenabzug aus Deutschland

04.05.2026 08:35
Trotz Differenzen im Umgang mit dem Iran-Krieg bleiben die USA der wichtigste Partner Deutschlands in der NATO. Das versicherte Bundeskanzler Friedrich Merz. Wie er dennoch hinzufügte, habe er eine andere Sichtweise auf den Krieg als US-Präsident Donald Trump.
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Bild:Foto: Shutterstock/Yeongsik Im

„Wir haben unterschiedliche Sichtweisen auf den Krieg. Das ist kein Geheimnis. (…) Wir haben aber ein gemeinsames Ziel: Iran darf keine Atomwaffe besitzen“, sagte Merz in einem Interview mit der ARD.

Der Kanzler verwies darauf, dass Teheran weiterhin mehr als 400 Kilogramm hoch angereichertes Uran an einem unbekannten Ort verberge. Gleichwohl halte er an der engen transatlantischen Partnerschaft fest. „Die Amerikaner bleiben für uns der wichtigste Partner im Bündnis“, betonte Merz. Die Gespräche mit Trump verliefen regelmäßig und „vernünftig“.

Einen direkten Zusammenhang zwischen politischen Spannungen und den US-Plänen zur Reduzierung der Truppenstärke in Deutschland sieht Merz nicht. Die Diskussion über einen Abzug laufe bereits seit längerer Zeit, sagte er. Die US-Streitkräfte unterlägen einer „ständigen Verlegung“. Derzeit sind nach Angaben der Bundesregierung weiterhin mehr als 30.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert.

Zuvor hatte das US-Verteidigungsministerium angekündigt, innerhalb der kommenden sechs bis zwölf Monate rund 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Offiziell wird dies mit internen Analysen begründet. Die Entscheidung fiel jedoch kurz nach scharfer Kritik Trumps an Merz wegen dessen Haltung zum Iran-Konflikt.

Trump hatte dem Kanzler vorgeworfen, sich stärker auf den Krieg in der Ukraine und innenpolitische Probleme konzentrieren zu sollen, statt die US-Politik gegenüber Iran zu kritisieren. Einen weiteren Truppenabbau über die zunächst genannten Zahlen hinaus schloss der Präsident zuletzt nicht aus.

Derzeit sind zwischen 35.000 und 37.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert. Bereits 2020 hatte Trump einen Abzug von 9.500 Soldaten angekündigt und dies mit unzureichenden deutschen Verteidigungsausgaben begründet – ein Plan, der letztlich nicht umgesetzt wurde.

 

IAR/ARD/PAP/JC

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