Deutsche Redaktion

Tusk: Regierung und Präsident wollen bei möglicher US-Truppenverlegung gemeinsam handeln

05.05.2026 09:45
Polens Regierung und Präsident wollen im Falle einer möglichen Verstärkung der US-Militärpräsenz im Land eng zusammenarbeiten. Ministerpräsident Donald Tusk sagte, beide Seiten würden in dieser Frage „gut und einvernehmlich“ kooperieren.
Premier Donald Tusk
Premier Donald TuskPAP/Leszek Szymański

Zugleich bezeichnete Tusk die Pläne der USA, Truppen aus einigen europäischen Staaten – darunter Deutschland – abzuziehen, als „heikle Angelegenheit“. „Ich denke, wir sollten als Staat nichts wegnehmen”, sagte er. Polen dürfe nicht den Eindruck erwecken, von solchen Entscheidungen auf Kosten europäischer Partner zu profitieren. „Ich werde nicht zulassen, dass Polen in irgendeiner Weise zur Schwächung der europäischen Solidarität genutzt wird“, betonte er.

Auf die Frage, ob Polen auf eine Verlegung von US-Soldaten aus Deutschland hoffe, verwies er auf die Notwendigkeit enger transatlantischer Beziehungen. Proamerikanische Politik bedeute für ihn vor allem, die Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA insgesamt zu stärken.

Gleichzeitig begrüßte Tusk die Aktivitäten von Präsident Karol Nawrocki in den Beziehungen zu Washington. Polen könne eine wichtige Rolle dabei spielen, die Zusammenarbeit zwischen Europa und den Vereinigten Staaten zu fördern.

Sollte die US-Regierung entscheiden, Truppen nicht abzuziehen, sondern in andere Länder – etwa nach Polen – zu verlegen, wäre dies nach Tusks Worten das Ergebnis gemeinsamer Bemühungen. Zwischen Regierung und Präsident gebe es in dieser Frage keinen Konflikt.

Seit zwei Jahren führe Warschau Gespräche mit dem US-Verteidigungsministerium über eine stärkere militärische Präsenz in Polen, sagte der Regierungschef. Der Fokus der USA habe sich jedoch zuletzt aufgrund internationaler Spannungen, insbesondere im Nahen Osten und im Zusammenhang mit Iran, teilweise verschoben. Dies erschwere die Bemühungen, die Aufmerksamkeit Washingtons auf Osteuropa und den Krieg in der Ukraine zu lenken.

Ungeachtet dessen werde Polen weiterhin auf eine möglichst starke Präsenz amerikanischer Streitkräfte im Land hinarbeiten, versicherte Tusk.

Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, die Zahl der in Deutschland stationierten Soldaten zu reduzieren. Nach Angaben aus Washington sollen rund 5.000 Soldaten innerhalb der kommenden Monate abgezogen werden. Diskussionen über eine mögliche Verlegung von Einheiten nach Polen hatte es bereits in der Vergangenheit gegeben, ohne dass entsprechende Pläne umgesetzt wurden.


IAR/jc