Deutsche Redaktion

Kiew wirft Russland Bruch der Waffenruhe vor

06.05.2026 09:58
Die Ukraine hat Russland vorgeworfen, die von Kiew ausgerufene Waffenruhe unmittelbar nach ihrem Inkrafttreten verletzt zu haben. Außenminister Andrij Sybiha erklärte, die nächtlichen Angriffe zeigten, dass Moskau kein Interesse an Frieden habe. „Russland lehnt Frieden ab“, schrieb Sybiha auf der Plattform X. Kremlchef Władimir Putin interessiere sich „nur für Militärparaden und nicht für Menschenleben“.
Rosjanie zaatakowali Zaporoże
Rosjanie zaatakowali ZaporożeIwan Fedorow/Facebook

Nach ukrainischen Angaben griff Russland in der Nacht mit mehr als 100 Drohnen und mehreren Raketen an. Betroffen gewesen seien unter anderem die Regionen Charkiw und Saporischschja. In Charkiw wurden nach Behördenangaben Wohnhäuser beschädigt, zwei Menschen seien verletzt worden. Auch aus Cherson und Krywyj Rih wurden Angriffe gemeldet.

Der Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Serhij Sternenko, erklärte, die russischen Attacken hätten die von Moskau selbst geforderte Feuerpause für den 9. Mai faktisch zunichtegemacht.

Die Ukraine hatte den einseitigen Waffenstillstand in der Nacht zum Mittwoch angekündigt. Präsident Wołodymyr Zełenski erklärte zuvor, Kiew sei bereit, die Kampfhandlungen auszusetzen, obwohl es nach seinen Worten keine direkten Gespräche mit Russland über eine Waffenruhe gegeben habe.

Moskau hatte seinerseits eine Feuerpause für den 8. und 9. Mai angekündigt – rund um die Militärparade zum Jahrestag des sowjetischen Sieges im Zweiten Weltkrieg auf dem Roten Platz.

Beobachter gehen davon aus, dass Russland mögliche ukrainische Drohnenangriffe auf Moskau während der Feierlichkeiten befürchtet. Selenskyj hatte zuletzt erklärt, Russland sei nicht mehr so stark wie früher. Dass bei der Parade in diesem Jahr offenbar weniger Militärtechnik gezeigt werde, sei ein Zeichen dafür.

 

PAP/jc