Deutsche Redaktion

Erster Verdachtsfall in Polen nach Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff

11.05.2026 10:10
In Polen ist eine Person wegen des Risikos einer Infektion mit dem gefährlichen Hantavirus unter Beobachtung gestellt worden. Das bestätigte der Chef der Gesundheitsbehörde GIS, Paweł Grzesiowski, dem Polnischen Rundfunk. Die betroffene Person zeigt bislang keine Krankheitssymptome.
Pasażerowie statku MV Hondius zostali ewakuowani
Pasażerowie statku MV Hondius zostali ewakuowaniREUTERS

Nach Angaben der Behörden muss die Person ihren Gesundheitszustand selbst überwachen und steht in ständigem telefonischem Kontakt mit den Sanitätsdiensten. Sollten Symptome wie Kopfschmerzen oder erhöhte Temperatur auftreten, müsse sie dies umgehend melden und medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Grzesiowski betonte zugleich, dass Hantaviren deutlich weniger ansteckend seien als Corona- oder Grippeviren. Das in Südamerika verbreitete Andes-Virus könne allerdings auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. „Das ist die besondere Eigenschaft des südamerikanischen Andes-Virus“, sagte der Mediziner.


Die unter Beobachtung stehende Person könnte Kontakt zu Passagieren des Expeditionsschiffs „Hondius“ gehabt haben. Auf dem Schiff war ein Ausbruch des Andes-Hantavirus festgestellt worden. Derzeit ist die „Hondius“ auf dem Weg nach Teneriffa auf den Kanarischen Inseln. Die spanischen Behörden wollen Passagiere und Besatzung übernehmen und unter Quarantäne stellen. Die Maßnahmen seien in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation WHO beschlossen worden, sagte Grzesiowski.

Das Schiff war Anfang April im argentinischen Ushuaia ausgelaufen. Kurz darauf wurden mehrere Infektionen mit dem Andes-Hantavirus bekannt. Bislang seien acht Fälle bestätigt worden, drei Menschen starben. Unter den Todesopfern befinden sich nach Behördenangaben ein niederländisches Ehepaar und ein deutscher Staatsbürger.

 

IAR/jc