Deutsche Redaktion

Einnahme des Donbass könnte Russland noch 30 Jahre kosten

11.05.2026 11:12
Russland kommt im Krieg gegen die Ukraine nach Einschätzung westlicher Analysten an der Front nur noch langsam voran. Wie die „New York Times“ unter Berufung auf Militäranalysen berichtete, könnte die vollständige Einnahme der ostukrainischen Region Donbas beim derzeitigen Tempo mehr als 30 Jahre dauern.
Rosyjscy żołnierze
Rosyjscy żołnierzeAssociated Press/East News

Demnach steckt die russische Armee zunehmend in einem Stellungskrieg fest. Größere Offensiven mit Panzern und mechanisierten Verbänden seien wegen des massiven Einsatzes von Drohnen kaum noch möglich. Russische Einheiten setzten daher verstärkt auf kleine Infanteriegruppen, die sich häufig zu Fuß oder mit Motorrädern bewegten. Entscheidende Geländegewinne blieben jedoch aus.

Nach Angaben der Zeitung eroberte Russland im Jahr 2025 rund 4.600 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums. Die Fortschritte seien jedoch mit hohen Verlusten verbunden. Die unabhängigen russischen Medien Meduza und Mediazona schätzen die Zahl der getöteten russischen Soldaten bis Ende vergangenen Jahres auf etwa 352.000.

Zugleich habe der Kreml Schwierigkeiten, ausreichend neue Soldaten zu rekrutieren. Ohne eine weitere Mobilmachung könnte es daher schwierig werden, den Krieg langfristig fortzuführen.

Die Frontlinien in der Ostukraine haben sich seit Monaten kaum verändert. Besonders um die Städte Pokrowsk und Tschassiw Jar dauern die Kämpfe weiter an, ohne dass eine Seite entscheidende Durchbrüche erzielt.

Ukrainische Militärvertreter warnen allerdings vor einer möglichen neuen russischen Sommeroffensive. Dichtere Vegetation und bessere Wetterbedingungen könnten russischen Einheiten mehr Bewegungsfreiheit verschaffen und die Aufklärung durch Drohnen erschweren.

 

PAP/jc