Deutsche Redaktion

Gestohlenes Gemälde aus jüdischer Sammlung nach Jahrzehnten entdeckt

12.05.2026 09:52
Ein seit dem Zweiten Weltkrieg verschollenes Gemälde ist in den Niederlanden wieder aufgetaucht. Das Werk „Porträt eines jungen Mädchens“ des niederländischen Malers Toon Kelder hing nach Angaben niederländischer Medien jahrzehntelang im Haus der Familie eines Generals der Waffen-SS.
Portrt eines jungen Mdchens des niederlndischen Malers Toon Kelder
„Porträt eines jungen Mädchens“ des niederländischen Malers Toon KelderAFP

Das Gemälde stammt aus der Sammlung des jüdischen Kunsthändlers Jacques Goudstikker, der 1941 auf der Flucht vor der deutschen Besatzung der Niederlande ums Leben kam. Seine umfangreiche Kunstsammlung mit mehr als tausend Werken wurde nach dem Krieg zu einem Symbol für den nationalsozialistischen Kunstraub. Teile davon gelangten unter anderem in den Besitz von Hermann Göring.

Entdeckt wurde das Bild offenbar durch einen Nachfahren des niederländischen Waffen-SS-Generals Hendrik Seyffardt. Der Mann, der anonym bleiben möchte, habe erst kürzlich erfahren, dass er mit dem General verwandt sei, nachdem seine Familie nach dem Krieg den Namen geändert hatte.

Der niederländische Kunstdetektiv Arthur Brand bestätigte die Echtheit des Werkes. Auf der Rückseite des Rahmens seien ein Etikett der Sammlung Goudstikker sowie eine Auktionsnummer aus dem Jahr 1940 gefunden worden. Brand sprach von einem der ungewöhnlichsten Fälle seiner Karriere.

Nach Angaben niederländischer Medien räumten die heutigen Besitzer ein, das Gemälde aufzubewahren. Sie erklärten jedoch, nichts über dessen Herkunft gewusst zu haben. Die Erben Goudstikkers fordern nun die Rückgabe des Bildes.

Rechtlich gilt der Kunstdiebstahl inzwischen als verjährt. Weder Polizei noch die niederländische Restitutionskommission können deshalb eingreifen. Die Nachfahren des früheren Besitzers wollen dennoch weiter um die Rückgabe kämpfen.


onet/jc

 

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13.02.2026 06:00
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"Königlicher Ring vor Rückkehr nach Polen"

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