Nach Angaben der Behörden handelte es sich um einen „groß angelegten“ Angriff, der eine koordinierte Planung erfordert habe. Dabei seien unter falschen Identitäten E-Mails an Polizei und andere Institutionen verschickt worden. In den Nachrichten hieß es demnach, an bestimmten Adressen bestehe Gefahr für Leib und Leben, Personen seien suizidgefährdet oder verfügten über Sprengstoff.
Ein 53-jähriger Mann, der am Freitag wegen des Verdachts festgenommen worden war, falsche Notrufe verschickt zu haben, wurde inzwischen wieder freigelassen. Nach Ermittlerangaben war seine Identität ohne sein Wissen missbraucht worden. Die Polizei betrachtet ihn nun ebenso wie zwei weitere Betroffene als Opfer.
Der Fall wurde bekannt, nachdem die Polizei am 15. Mai wegen eines angeblich gefährdeten Kindes zum Wohnhaus von Tomasz Sakiewicz, dem Chefredakteur von Telewizja Republika, gerufen worden war. Beamte verschafften sich Zutritt zum Haus und legten einem Mitarbeiter Handschellen an, weil dieser ihren Anweisungen nicht gefolgt sei. Sakiewicz sprach später im Fernsehen von einer Provokation.
Der Programmdirektor des Senders, Michał Rachoń, erklärte, dem Sender seien rund 30 ähnliche Vorfälle bekannt. Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft im Warschauer Stadtteil Mokotów geführt.
PAP/jc