Deutsche Redaktion

Polen warnt vor Reisen in Ebola-Regionen Afrikas

19.05.2026 10:20
Wegen eines neuen Ebola-Ausbruchs in Afrika hat das polnische Außenministerium seine Reisewarnungen für Teile Zentralafrikas verschärft. Polen sollten Reisen in die Demokratischen Republik Kongo, nach Uganda und in den Sudan vermeiden, teilte das Ministerium am Montag mit.
Szczepienia przeciwko wirusowi Ebola
Szczepienia przeciwko wirusowi EbolaAA/ABACA/Abaca/East News

Für die Grenzregionen der drei Staaten gelte bereits die höchste Warnstufe mit der Empfehlung, vollständig auf Reisen zu verzichten. Die Warnung bezieht sich insbesondere auf Gebiete, in denen neue Ebola-Fälle registriert wurden.

Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Lage im Kongo einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Nach Angaben der Organisation wurden bislang mehr als 80 Todesfälle registriert, die wahrscheinlich mit Ebola in Verbindung stehen. Zudem gebe es Hunderte Verdachtsfälle.

Besonders betroffen ist die Provinz Ituri im Nordosten. Dort wurden nach Angaben der WHO bislang mehr als 300 Verdachtsfälle registriert. Auch im benachbarten Uganda wurde bereits ein Todesfall gemeldet. Experten warnen vor einer weiteren Ausbreitung in der Region.

Es handelt sich um den 17. Ebola-Ausbruch im Kongo seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1976. Die schwerste Epidemie zwischen 2018 und 2020 kostete mehr als 1000 Menschen das Leben.


Experten warnen, dass der aktuelle Ausbruch besonders schwer einzudämmen sein könnte. Für den identifizierten Bundibugyo-Stamm gibt es derzeit weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie. Die Variante war bislang erst zweimal zuvor registriert worden – 2007 in Uganda und 2012 im Kongo.

Ebola zählt zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Das Virus wird durch direkten Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten infizierter Menschen übertragen. Die Sterblichkeitsrate kann je nach Virusvariante zwischen 30 und 90 Prozent liegen.

Gesundheitsexperten sehen für Europa und Polen derzeit dennoch nur ein geringes Risiko. Die Krankheit verbreitet sich nicht über die Luft, sondern erfordert engen körperlichen Kontakt. Zudem gilt die betroffene Region im Osten des Kongos als schwer zugängliches Konfliktgebiet.


PAP/jc