In der ukrainischen Hauptstadt sowie in weiteren Städten wurden Wohnhäuser und zivile Infrastruktur beschädigt. Behörden meldeten Tote und Verletzte. Auch ein von polnischen Dominikanern geführtes Kloster in Kiew wurde bei den Angriffen beschädigt. Fenster, Unterrichtsräume und eine Kapelle wurden zerstört. Verletzt wurde nach Angaben der Ordensgemeinschaft niemand.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Terror gegen die Zivilbevölkerung sei „kein Zeichen von Stärke, sondern von Verzweiflung“. Weitere Luftverteidigungssysteme für die Ukraine seien bereits auf dem Weg. Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, sprach von einer „rücksichtslosen Demonstration von Brutalität“ und erklärte, der Angriff zeige erneut, dass Russland kein Interesse an ernsthaften Friedensverhandlungen habe.
Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte insbesondere den Einsatz der ballistischen Rakete „Oreschnik“. Der Gebrauch solcher Waffen sei eine weitere Eskalation und führe in eine Sackgasse, erklärte Macron. Frankreich werde die Ukraine weiterhin unterstützen und gemeinsam mit europäischen Partnern an einem gerechten und dauerhaften Frieden arbeiten.
Der litauische Außenminister Kęstutis Budrys sprach von „einer der schrecklichsten Nächte der vergangenen Jahre“. Russland greife gezielt Städte und Zivilisten an. Kriegsverbrechen seien kein Zeichen von Stärke, sondern Ausdruck von Schwäche und Verzweiflung des Aggressors.
Auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Ungarns Außenministerin Anita Orbán verurteilten den Angriff. Meloni sprach von einer weiteren gefährlichen Eskalation, während Orbán erklärte, kein Mensch dürfe mit Angst vor Raketen und Explosionen aufwachen müssen.
Nach ukrainischen Angaben wurde die Rakete „Oreschnik“ bereits zum dritten Mal eingesetzt. Experten gehen davon aus, dass es sich um eine modifizierte Mittelstreckenrakete mit sehr hoher Geschwindigkeit handelt, die theoretisch auch atomare Sprengköpfe tragen könnte. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, mehrere Raketen hätten Wohngebiete, Schulen und eine Wasseranlage getroffen.
PAP/jc