Deutsche Redaktion

Drei Festnahmen nach Serie falscher Alarme in Polen

27.05.2026 09:29
Im Zusammenhang mit einer Serie falscher Notrufe und Drohungen in Polen sind drei Menschen festgenommen worden. Gegen eine Person sei bereits Untersuchungshaft angeordnet worden, sagte Innenminister Marcin Kierwiński dem Sender TVN24. Weitere Festnahmen und Durchsuchungen seien geplant.
Funkcjonariusze ABW podczas akcji
Funkcjonariusze ABW podczas akcjimat. prasowe ABW

Den Angaben zufolge handelt es sich bei den Verdächtigen um Männer Anfang 20, die bereits zuvor mit dem Gesetz in Konflikt geraten seien. Nach Einschätzung der Ermittler handelten sie organisiert und verfolgten vor allem das Ziel, im Internet Aufmerksamkeit und Bekanntheit zu erlangen. Zugleich hätten die Festgenommenen auch politische Sympathien erkennen lassen, sagte Kierwiński.

Die Ermittlungen betreffen eine Reihe falscher Alarmmeldungen, die in den vergangenen Wochen Polizeieinsätze bei Politikern und Medienvertretern ausgelöst hatten. Besonders große Aufmerksamkeit erregte ein Vorfall in Danzig, bei dem Einsatzkräfte nach einem mutmaßlichen Notruf gewaltsam in die Wohnung der Mutter des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki eindrangen. Der Alarm stellte sich später als falsch heraus.

Ministerpräsident Donald Tusk sprach von einer ernsten Angelegenheit mit potenziell gravierenden Folgen. Alles deute darauf hin, dass organisierte Gruppen junger Menschen hinter den Aktionen stünden. Ideologische Motive spielten nach bisherigen Erkenntnissen keine entscheidende Rolle.

Die Opposition kritisierte dagegen das Vorgehen der Sicherheitsbehörden und warf der Regierung Versäumnisse vor. Der Chef der Präsidialkanzlei, Zbigniew Bogucki, erklärte, die Sicherheitsdienste hätten zu spät reagiert und die Lage nicht ausreichend kontrolliert.

Nach Angaben des Innenministeriums kam es allein zwischen dem 10. und 15. Mai zu zwölf Polizeieinsätzen wegen angeblicher Bombendrohungen oder Gefahrenmeldungen.

 

IAR/jc