Zu den meistbeachteten Veröffentlichungen gehört „Ciało“ („Flesh“) des britisch-kanadischen Schriftstellers David Szalay. Der Roman war 2025 mit dem International Booker Prize ausgezeichnet worden und erzählt die Geschichte eines jungen Außenseiters im postkommunistischen Ungarn. Im Mittelpunkt stehen Themen wie männliche Entfremdung, soziale Isolation und die Folgen traumatischer Erfahrungen.
Große Aufmerksamkeit gilt auch dem neuen Roman von Kiran Desai. „Samotność Sonii i Sunny’ego“ („Die Einsamkeit von Sonia und Sunny“) entstand über einen Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren und stand 2025 auf der Shortlist des Booker Prize. Die Liebesgeschichte zwischen einer jungen Schriftstellerin und einem Journalisten bewegt sich zwischen Indien und den USA und behandelt Migration, Identität und familiären Druck.
Unter den weiteren internationalen Neuerscheinungen findet sich auch „Jezioro stworzenia“ („Creation Lake“) der US-Autorin Rachel Kushner, die 2024 ebenfalls für den Booker Prize nominiert war. Der Roman verbindet Elemente des Noir mit philosophischen Fragen nach Zivilisation, Geschichte und menschlicher Ursprünglichkeit.
Die Messe zeigt zugleich die Vielfalt der polnischen Gegenwartsliteratur. Präsentiert wird unter anderem der neue Roman „Kasperl i Margit“ von Maciej Płaza, eine über mehrere Jahrzehnte erzählte Geschichte zwischen Posen und Berlin. Płaza erklärte im Gespräch mit PAP: „Ich glaube weiterhin an die Fiktion. Der Roman ist ein unzerstörbares Genre.“
Großen Raum nimmt auch die Reportageliteratur ein. Der Journalist Wojciech Tochman stellt sein Buch „Delfiny i Belzebub“ vor, das vom Schicksal von Menschen und Tieren im Krieg in der Ukraine erzählt. Tochman beschreibt darin die Rettung verlassener Tiere aus Frontgebieten und sieht darin zugleich einen Ausdruck moralischer Haltung der ukrainischen Gesellschaft. „Auf diese Weise zeigen die Ukrainer der Welt und ihren Aggressoren, dass sie völlig anders sind als die Russen“, sagte der Autor.
Weitere Neuerscheinungen beschäftigen sich mit historischen und politischen Themen. Dazu gehören ein Buch über den Alltag im nationalsozialistischen Deutschland, eine neue Biografie des polnischen Dichters Konstanty Ildefons Gałczyński sowie eine Reportage über die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan. Ebenfalls vorgestellt wird eine Biografie des vermutlich einzigen schwarzen Teilnehmers des Warschauer Aufstands, August Agbola O’Brown.
Gastland der diesjährigen Buchmesse ist das Emirat Schardscha aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.
PAP/IAR/jc