Die Abstimmung vom 4. Juni 1989 gilt als entscheidender Schritt auf dem Weg zum Ende der kommunistischen Herrschaft im Land und als wichtiger Impuls für den politischen Wandel in Mittel- und Osteuropa.
Bei den Wahlen konnten die Bürger erstmals seit Jahrzehnten in begrenztem Umfang frei über die Zusammensetzung des Parlaments entscheiden. Während die Sitze im Senat vollständig frei vergeben wurden, war im Sejm ein Teil der Mandate für die damalige kommunistische Führung reserviert.
Die Oppositionsbewegung Solidarność errang einen überwältigenden Sieg. Sie gewann alle ihr zugänglichen Sitze im Sejm sowie 99 von 100 Mandaten im Senat. Das Wahlergebnis erschütterte die Machtbasis des kommunistischen Regimes und leitete den demokratischen Umbruch in Polen ein.
Historiker betrachten die Abstimmung als einen Schlüsselmoment der europäischen Zeitgeschichte. Der politische Wandel in Polen wirkte als Signal für andere Staaten des Ostblocks und trug dazu bei, dass wenige Monate später die Berliner Mauer fiel und die Teilung Europas überwunden wurde.
PAP/jc