„Russland zeigt der Welt damit, dass es den Krieg fortsetzen will“, sagte der Präsident. Die derzeit in Frankreich tagenden G7-Staaten müssten darauf mit einer entschlossenen und konkreten Antwort reagieren. Dazu gehörten zusätzliche Sanktionen gegen Russland sowie eine verstärkte Unterstützung der Ukraine bei der Luftverteidigung, insbesondere mit Systemen zur Abwehr ballistischer Raketen.
Nach Angaben Selenskyjs wurden bei den Angriffen allein auf Kiew mehr als 60 Raketen abgefeuert. In der ukrainischen Hauptstadt kamen vier Menschen ums Leben, 28 weitere wurden verletzt.
Besonders schwer betroffen war auch die ostukrainische Großstadt Charkiw. Dort seien fünf Menschen getötet und neun weitere verletzt worden, teilte Selenskyj mit. Russische Streitkräfte hätten zudem Rettungskräfte angegriffen, die einen Brand nach einem früheren Einschlag bekämpften.
Zu den Zielen der Angriffe gehörte nach Angaben des Präsidenten auch die historische Kiewer Petschersk-Lawra, eines der wichtigsten Zentren der orthodoxen Christenheit. Dabei geriet die Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Brand, deren Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Die Feuerwehr habe das Feuer inzwischen gelöscht.
Neben Kiew und Charkiw wurden nach ukrainischen Angaben auch Ziele in den Regionen Dnipropetrowsk, Donezk, Saporischschja, Sumy und Mykolajiw angegriffen. In der Stadt Dnipro wurden unter anderem ein Bahnhofsareal, Bildungseinrichtungen und Unternehmen beschädigt.
Der Angriff erfolgte kurz nach Gesprächen Selenskyjs mit US-Präsident Donald Trump über mögliche Wege zur Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges. Nach Angaben des Kremls sprach Trump auch mit Russlands Präsident Wladimir Putin und betonte dabei die Notwendigkeit eines Kriegsendes.
In Evian-les-Bains beginnt am Montag der G7-Gipfel. Zu den zentralen Themen gehören die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Selenskyj wird am Dienstag bei dem Treffen erwartet.
IAR/jc