Deutsche Redaktion

Geheimdienstchef warnt vor russischen Provokationen im Baltikum

29.06.2026 11:22
Der Chef des polnischen Auslandsgeheimdienstes, Oberst Paweł Szota, hat vor möglichen russischen Provokationen in den baltischen Staaten gewarnt. In einem Interview mit der Zeitung Rzeczpospolita sagte er, Polen berücksichtige Szenarien, bei denen sogenannte „grüne Männchen“ – bewaffnete Kräfte ohne Hoheitsabzeichen – eingesetzt werden könnten.
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Bild:wikipedia/Anton HoloborodkoCC BY-SA 3.0

Russland verschiebe systematisch die roten Linien und teste die Reaktionsfähigkeit der NATO, sagte Szota. Solche Provokationen seien für Moskau mit geringen Kosten verbunden, während das Bündnis bislang vor allem politisch reagiere. Dies könne den Kreml zu weiterer Eskalation ermutigen.

Der Geheimdienstchef erklärte zudem, Russland könne den Krieg gegen die Ukraine noch mehrere Jahre fortsetzen. Präsident Wladimir Putin sei nach dem Scheitern seiner ursprünglichen Kriegsziele zum „Gefangenen seines eigenen Misserfolgs“ geworden und werde deshalb weiter auf Eskalation setzen. Für ihn sei es eine Frage der Ehre, den Krieg später als Erfolg darstellen zu können.

Nach Einschätzung Szotas geht die größte militärische Bedrohung für Polen weiterhin von Russland aus. Moskau betrachte Polen und die Staaten an der NATO-Ostflanke als Hindernis für seine geopolitischen Ambitionen.


Besorgt äußerte sich der Geheimdienstchef auch über die zunehmende militärische Integration von Belarus in die russischen Planungen. Er verwies auf Einrichtungen zur Stationierung nuklearfähiger Waffensysteme sowie auf gemeinsame Atomübungen. Zugleich bestätigte Szota, dass der polnische Auslandsgeheimdienst weiterhin Kommunikationskanäle nach Minsk unterhalte. Diese hätten unter anderem zur Freilassung des polnischen Journalisten Andrzej Poczobut beigetragen.

Polen werde auf aggressive Schritte Russlands und Belarus' nicht untätig reagieren, betonte Szota.


rz/jc