Deutsche Redaktion

"Einer der größten Pechvögel unter den Schrifstellern". 125 Geburtstag von Stanisław Rembek

06.07.2026 12:08
Der am 6. Juli 1901 in Łódź geborene Autor blieb lange im Schatten der polnischen Literaturgeschichte, weil sein zentrales Thema nach 1945 politisch unerwünscht war.
Stanisław Rembek
Stanisław RembekAutorstwa A. Konecki (?) - Stanisław Rembek,fot. wykonana w atelierA. Koneckiego w Łęczycy,SZB, sygn. 13, z zasobu Archiwum Państwowego w Piotrkowie Trybunalskim http://brawo.xon.pl/archiwum/index.php?option=com_content&task=view&id=316&Itemid=48, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=116678356

Warschau - Vor 125 Jahren wurde Stanisław Rembek geboren, einer der wichtigsten literarischen Chronisten des polnisch-bolschewistischen Kriegs. Der am 6. Juli 1901 in Łódź geborene Autor blieb lange im Schatten der polnischen Literaturgeschichte, weil sein zentrales Thema nach 1945 politisch unerwünscht war.

Der Literaturkritiker Tomasz Burek nannte Rembek „einen der größten Pechvögel unter den Schriftstellern“. Rembeks Romane „Nagan“ und „W polu“ schöpften aus seinen Fronterfahrungen von 1919 und 1920 und schilderten Krieg als zerstörerische Erfahrung. Als „W polu“ 1958 im Pariser Exilverlag von Jerzy Giedroyc erschien, geriet Rembek im kommunistischen Polen weiter ins Abseits. „Seitdem ist meine literarische Karriere völlig beendet“, schrieb er 1960.

Heute wird Rembek durch eine seit 2020 erscheinende Werkausgabe des Staatlichen Verlagsinstituts PIW wiederentdeckt. Sein Werk gilt als wichtiges literarisches Zeugnis eines Krieges, der die Zweite Polnische Republik prägte und doch lange nur begrenzt öffentlich erinnert werden konnte.

PAP/adn

Es lohnt sich, die Romane von Stanisław Rembek zu lesen

23.10.2024 10:47
Polens künstlerische Elite, die der europäischen Avantgarde kurz nach dem Ersten Weltkrieg wesentliche Impulse verliehen hatte, geriet nur wenige Monate nach der Erlangung der Unabhängigkeit in eine schwierige Lage. Nach jahrzehntelanger Fremdherrschaft strebten junge polnische Autoren eigentlich ein unpolitisches Kunstideal an, mit dem sie zu einer Realität „höherer Ordnung“ vorstoßen. Im Zuge des Polnisch-Sowjetischen Krieges von 1919/20 mussten sie jedoch erneut um die Unabhängigkeit ihres Landes bangen, kämpften an der Front. Nach dem „Wunder an der Weichsel“ versuchten sie nun, ihre Kriegserfahrungen schriftlich zu fixieren.

„Sól ziemi“ - der erste polnische Roman über den „Großen Krieg“

13.03.2026 10:00
Vor 50 Jahren verstarb der polnische Autor Józef Wittlin. Er hat ein beeindruckendes literarisches Erbe hinterlassen, das in diesem Jahr allerdings noch nicht ausreichend gewürdigt wurde. Dabei gibt es gleich drei runde Jubiläen, die uns dazu veranlassen.