Deutsche Redaktion

Polnische Forscherin baut synthetische Zelle von Grund auf

07.07.2026 11:59
Ein Team um die polnische Forscherin Katarzyna Adamala hat eine synthetische Zellstruktur geschaffen, die wachsen und sich teilen kann. Fachleute sehen darin einen wichtigen Schritt der synthetischen Biologie, betonen aber: Eine echte Lebensform ist SpudCell noch nicht.
W audycji Eureka porozmawiamy m.in. o rewolucji w neurobiologii oraz wykorzystywaniu techniki w digitalizacji dzieł sztuki.  Zdjęcie ilustracyjne
W audycji "Eureka" porozmawiamy m.in. o rewolucji w neurobiologii oraz wykorzystywaniu techniki w digitalizacji dzieł sztuki. / Zdjęcie ilustracyjneGorodenkoff / Shutterstock

Ein Forschungsteam unter Leitung der polnischen Biochemikerin Katarzyna (Kate) Adamala hat laut dem Wissenschaftsportal „Science“ erstmals eine synthetische Zelle aus unbelebten Bestandteilen von Grund auf gebaut, die wachsen, sich ernähren und sich teilen kann. Adamala, Absolventin der Universität Warschau, leitet eine Arbeitsgruppe an der University of Minnesota in den USA.

Die von den Forschern SpudCell genannte Struktur besteht aus einem mikroskopisch kleinen Wassertropfen, der von einer Lipidmembran umgeben ist. Im Inneren befinden sich chemische Substanzen und DNA-Fragmente, die nur 36 Gene codieren. Die künstliche Struktur ähnelt damit am ehesten einer sehr einfachen Bakterienzelle.

SpudCell kann sich vergrößern, indem sie sich mit ähnlichen membranumhüllten Strukturen verbindet. Außerdem kann sie ihr Genom vervielfältigen und sich teilen. Nach Angaben von PAP, die sich auf „Science“ und CNN beruft, ist der Prototyp aber noch weit von einer echten lebenden Zelle entfernt: Er kann sich nur über wenige Generationen teilen und nicht evolvieren.

Fachleute mahnen deshalb zur Zurückhaltung. Der nicht an der Arbeit beteiligte Stanford-Forscher Drew Endy erklärte CNN zufolge, die erzeugten synthetischen Zell-Äquivalente könnten trotz ihrer Ähnlichkeit mit lebenden Zellen nicht vollständig als Lebensform gelten. Job Boekhoven, Chemiker an der Technischen Universität München, würdigte den Schritt dennoch: „Die Integration all dieser Module innerhalb einer einzigen synthetischen Zelle ist eine Leistung, auf die das ganze Fachgebiet gewartet hat.“ Zugleich wies er darauf hin, dass die Arbeit noch wissenschaftlich begutachtet werden müsse.

Die Forschung gilt als wichtiger Schritt in der synthetischen Biologie. Sie könnte helfen, die Entstehung des Lebens auf der Erde besser zu verstehen und langfristig neue Anwendungen in Biologie, Medizin oder Astrobiologie vorzubereiten. Adamala forscht zu künstlichem Leben, synthetischer Biologie und Astrobiologie; nach ihrem Studium in Warschau promovierte sie in Biochemie an der Universität Roma Tre und in Harvard und arbeitete anschließend am Massachusetts Institute of Technology.

PAP/adn

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