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Polen begrüßt neue Schritte der Ukraine zur Aufarbeitung des Wolhynien-Massakers

20.07.2026 09:38
Polen hat die von der Ukraine angekündigten Maßnahmen zur weiteren Aufarbeitung der Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung begrüßt. Ministerpräsident Donald Tusk erklärte am Freitag, die Beziehungen zwischen beiden Ländern müssten „auf gegenseitigem Respekt und Wahrheit“ beruhen.
Premierminister Donald Tusk
Premierminister Donald TuskPAP/Leszek Szymański

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor angekündigt, alle Archive des ukrainischen Geheimdienstes und der Nachrichtendienste zu den Ereignissen in Wolhynien aus dem 20. Jahrhundert zu öffnen. Zudem solle die Zahl der Genehmigungen für Such- und Exhumierungsarbeiten deutlich erhöht werden. Die Arbeiten würden gemeinsam von ukrainischen und polnischen Experten durchgeführt.

„Ich begrüße mit Zufriedenheit und Hoffnung die Erklärungen und Entscheidungen von Präsident Selenskyj zu den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern“, schrieb Tusk auf der Plattform X. Polen sei „zu einem ernsthaften und freundschaftlichen Dialog über die Themen bereit, die uns verbinden, aber auch über jene, die uns trennen“.

Am Freitag verabschiedete zudem das polnische Parlament einstimmig eine Resolution zum Gedenken an die Opfer der Massaker, die zwischen 1943 und 1945 von der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und weiteren nationalistischen Gruppen an der polnischen Zivilbevölkerung verübt wurden.

Die Bewertung der Ereignisse belastet bis heute die Beziehungen zwischen Warschau und Kiew. Polen stuft die Tötung von mehr als 100.000 Polen in Wolhynien und Ostgalizien als Völkermord ein. In der Ukraine gilt die UPA dagegen für viele als Symbol des Kampfes um die Unabhängigkeit und des Widerstands gegen die sowjetische Herrschaft.

 

PAP/jc

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