Die sogenannte „Große Aktion“ begann am 22. Juli 1942 und war Teil des nationalsozialistischen Plans zur vollständigen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. Die deutschen Behörden täuschten die Bewohner des Ghettos, indem sie behaupteten, die Menschen würden zu Arbeitseinsätzen im Osten umgesiedelt. Tatsächlich wurden sie in Güterwagen nach Treblinka gebracht und dort unmittelbar nach ihrer Ankunft größtenteils ermordet.
Innerhalb weniger Wochen wurden mindestens 254.000 Menschen deportiert, nach Schätzungen einiger Historiker sogar mehr als 300.000. Nach Abschluss der Aktion verblieben rund 60.000 Juden im Ghetto. Die meisten von ihnen wurden nach der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto im Frühjahr 1943 getötet.
Der diesjährige Gedenkmarsch beginnt um 18.00 Uhr am Umschlagplatz und führt durch den Warschauer Stadtteil Muranów bis zum Rachel-Auerbach-Platz. Dort wird eine eigens für den Anlass geschaffene Kunstinstallation der Künstlerin Zuzanna Hertzberg eröffnet. Begleitet wird die Veranstaltung von einer szenischen Lesung mit Schauspielerinnen des Jüdischen Theaters, die auf Texten aus dem Ringelblum-Archiv basiert, sowie einem musikalischen Programm.
„Mit der Teilnahme am Gedenkmarsch legen wir gemeinsam Zeugnis davon ab, dass der Versuch, die Verbrechen der Shoah und die Erinnerung an ihre Opfer auszulöschen, gescheitert ist“, erklärten die Veranstalter.
PAP/jc