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Putin stellt territoriale Integrität der Ukraine erneut infrage

27.07.2026 09:34
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die territoriale Integrität der Ukraine erneut infrage gestellt. Zugleich wiederholte der Kremlchef zentrale Rechtfertigungen für den russischen Angriffskrieg.
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Bild:Reuters

Bei einem Treffen mit Offizieren und Soldaten der russischen Marine anlässlich des Marine-Tages in St. Petersburg sagte Putin, er sei überzeugt, dass die Ukraine „früher oder später ihre westlichen Territorien verlieren wird – Gebiete, die einst zu Polen, Ungarn und Rumänien gehörten“. Dies werde möglicherweise nicht morgen oder übermorgen geschehen, „vielleicht in einem Jahr, in zwei Jahren, in zehn oder fünfzehn Jahren – aber die Geschichte wird letztlich alles an seinen Platz rücken“, erklärte der Präsident.

Putin behauptete erneut, die heutigen Grenzen der Ukraine seien das Ergebnis sowjetischer Entscheidungen. Josef Stalin habe diese Gebiete der Ukrainischen Sowjetrepublik übertragen, weil damals niemand mit dem Zerfall der Sowjetunion gerechnet habe. Russland sei deshalb der „einzige Garant der territorialen Integrität der Ukraine“ gewesen, behauptete der Kremlchef.


In seiner Ansprache wiederholte Putin zudem die seit Beginn des Krieges vertretene Darstellung des Kremls, wonach die Nato-Osterweiterung und das Verhalten des Westens Russland zum militärischen Eingreifen gezwungen hätten. Der Westen habe seine Zusagen, die Nato nicht nach Osten auszudehnen, gebrochen. Mit Blick auf die Ereignisse in Kiew im Jahr 2014 sprach Putin erneut von einem „blutigen, verfassungswidrigen Staatsstreich“ und behauptete, Russland habe die sogenannte „militärische Spezialoperation“ begonnen, um den Konflikt zu beenden.

Die Ukraine sowie ihre westlichen Verbündeten weisen diese Darstellung seit Beginn des Krieges entschieden zurück. Sie bezeichnen den russischen Einmarsch als einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und erkennen weder die Annexion ukrainischer Gebiete noch die russischen Gebietsansprüche an.

Erst wenige Tage zuvor hatte Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew bei einem Treffen mit Putin ungewöhnlich offen erklärt, die Gründe für den Krieg gegen die Ukraine seien für sein Land „nicht völlig klar“, und sich für eine Rückkehr zu Friedensverhandlungen ausgesprochen.


IAr/PAP/jc