Während des Aufstiegs hatte sich ein 43-jähriger Teilnehmer von der Gruppe getrennt und war allein weitergewandert. Nach Angaben der Retter meldete er sich zuletzt am Dienstagabend bei seiner Frau und kündigte an, in Richtung der slowakischen Seite der Tatra abzusteigen. Der Mann wurde schließlich am Mittwochmorgen in einer Hirtenhütte im Tal Dolina Tomanowa auf slowakischer Seite gefunden. Er blieb unverletzt und in gutem Zustand.
Parallel dazu waren Retter in der Nacht zu Mittwoch im Einsatz, um fünf ukrainische Touristen vom Pass Gładka Przełęcz herunterzuführen. Die Gruppe war nach Angaben von TOPR unzureichend vorbereitet und hatte ihre Route falsch geplant. Wegen der Dunkelheit konnte kein Hubschrauber eingesetzt werden. Die Wanderer erreichten Zakopane gegen 3.30 Uhr.
Die Rettungsdienste warnen trotz sonnigen Wetters vor schwierigen Bedingungen im Hochgebirge. Oberhalb der Waldgrenze liegt weiterhin viel Schnee, der morgens hart und vereist ist und im Tagesverlauf aufweicht. Für Touren in höheren Lagen seien Erfahrung im winterlichen Bergsteigen sowie entsprechende Ausrüstung erforderlich. Es gilt die erste, niedrige Lawinenwarnstufe.
IAR/jc