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Tusk: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen wegen ihres Akzents angegriffen werden“

28.07.2026 13:36
Nach dem brutalen Angriff auf ein ukrainisches Paar in Breslau hat Polens Ministerpräsident Donald Tusk vor den Folgen fremdenfeindlicher Gewalt gewarnt. „Wenn wir zulassen, dass Banditen Menschen ungestraft schlagen und erniedrigen, nur weil sie mit einem etwas anderen Akzent sprechen, dann zerstören wir den guten Ruf Polens“, sagte Tusk vor der Kabinettssitzung.
Donald Tusk
Donald TuskFoto: PAP/Piotr Nowak

Der Regierungschef erinnerte daran, dass Polen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine international für seine Hilfsbereitschaft gelobt worden sei. „Bis heute höre ich in allen Hauptstädten Europas, dass Polen etwas Außergewöhnliches geleistet hat. Das wird zunichtegemacht, wenn wir Hooligans und gewöhnlichen Kriminellen erlauben, Menschen aus solchen Motiven anzugreifen“, erklärte er.

Nach Angaben Tusks wurden zwei Tatverdächtige bereits festgenommen, einer von ihnen wurde angeklagt.

Zugleich griff Tusk politische Gegner scharf an. Er erklärte, es sei „gut bekannt, welche politischen Kräfte hinter den Gruppen stehen, die sich als große Patrioten ausgeben“, tatsächlich aber Polens Ansehen beschädigten und ein Klima der Angst schafften. Staatspräsident Karol Nawrocki forderte er auf, „zu dieser Angelegenheit nicht länger zu schweigen“. An PiS-Chef Jarosław Kaczyński appellierte Tusk, „nicht länger zur Bildung von Bürgerwehren aufzurufen“.


Der Angriff ereignete sich am Sonntag in Breslau. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie drei Männer einen 21-jährigen Ukrainer und dessen 20-jährige Partnerin brutal attackieren. Nach Angaben der Polizei könnte ein fremdenfeindliches Motiv hinter der Tat stehen.


IAR/jc