Der Regierungschef erklärte, ihn beunruhigten die zunehmenden Fälle von Gewalt auf Polens Straßen. Zugleich verwies er darauf, dass sich das internationale Ansehen des Landes in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert habe. „Es braucht viel weniger Anstrengung, den Ruf eines Landes zu zerstören, als ihn aufzubauen. Die Polen haben diesen guten Ruf über Jahrzehnte mit harter Arbeit aufgebaut“, sagte Tusk.
Gewalt sei nicht nur strafbar, sondern schade auch den Interessen des Landes. „Sie richtet sich gegen das wichtigste Interesse Polens – unseren guten Ruf“, betonte der Premierminister.
Tusk erneuerte seine Forderung an Präsident Nawrocki und andere Oppositionspolitiker, sich klar von Gewalt zu distanzieren. „Ich erwarte vom Präsidenten, dass er diese Grenze unmissverständlich zieht und laut sagt: Stopp. Es gibt keinerlei Alibi und keinerlei Rechtfertigung für solche Taten“, erklärte er.
Zugleich warf Tusk führenden Politikern der politischen Rechten vor, in der Vergangenheit gewaltbereite Milieus verharmlost oder unterstützt zu haben. Er verwies dabei auf frühere Äußerungen Nawrockis über Hooligan-Schlägereien sowie auf Aussagen des PiS-Vorsitzenden Jarosław Kaczyński und des rechtsnationalen Aktivisten Robert Bąkiewicz.
Auslöser der Debatte ist der Angriff auf ein ukrainisches Paar in Breslau am vergangenen Wochenende. Drei Männer sollen die beiden jungen Ukrainer attackiert haben. Zwei Verdächtige wurden bereits festgenommen, gegen einen von ihnen wurde Anklage erhoben.
Der Sprecher des Präsidenten, Rafał Leśkiewicz, wies die Vorwürfe zurück. Er erklärte, jede Form von Gewalt müsse entschieden verurteilt werden und die Täter müssten „hart und gerecht bestraft werden“. Zugleich warf er der Regierung vor, mit ihrer Kritik von eigener Verantwortung für die öffentliche Sicherheit abzulenken.
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