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„Die Zeit“: Polen hat den Ruf als Billiglohnland hinter sich gelassen

03.08.2026 12:08
Polen hat sich nach Einschätzung der Wochenzeitung Die Zeit von seinem Image als Niedriglohnstandort verabschiedet und entwickelt sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Konkurrenten Deutschlands. „Der Mythos ist gerade zusammengebrochen“, schreibt das Blatt.
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Nach Angaben der Zeitung wuchs die polnische Wirtschaft im Jahr 2025 um 3,6 Prozent und damit deutlich stärker als die deutsche, die lediglich um 0,2 Prozent zulegte. Auch die Arbeitsproduktivität entwickle sich in Polen wesentlich dynamischer, während sie in Deutschland seit Jahren nahezu stagniere.

Besonders stark sei die Entwicklung im Außenhandel. Polens Anteil an den weltweiten Exporten sei von rund 0,5 Prozent im Jahr 2000 auf 1,8 Prozent im Jahr 2024 gestiegen. Damit gehöre das Land inzwischen zu den 20 größten Exportnationen der Welt. Der Wert der polnischen Exporte habe sich in diesem Zeitraum versechsfacht.

Nach Einschätzung der Zeitung beruht der Erfolg nicht auf einzelnen Produkten, sondern auf einer breiten industriellen Basis. Polen exportiere unter anderem Fleisch- und Fischprodukte, Tabakwaren, Getreide, Waschmaschinen und Batterien. In mehreren Bereichen habe das Land Deutschland bereits überholt.

Als weitere Standortvorteile nennt Die Zeit die weit fortgeschrittene Digitalisierung – etwa durch das mobile Bezahlsystem BLIK und digitale Behördendienste – sowie anhaltend hohe Investitionen internationaler Unternehmen. Genannt werden unter anderem Mercedes-Benz mit seinem Werk in Jawor, Amazon mit neuen Logistikzentren in Niederschlesien und Microsoft mit Investitionen in Rechenzentren im Raum Warschau. Auch polnische Unternehmen wie InPost, LPP und Pesa expandierten zunehmend international.

Nach Angaben der Zeitung hat sich zudem die Migrationsbewegung verändert. Im vergangenen Jahr seien erstmals mehr Menschen von Deutschland nach Polen gezogen als umgekehrt. Polen sei inzwischen außerdem Deutschlands viertwichtigster Exportmarkt – noch vor China.

Trotz der positiven Entwicklung verweist Die Zeit auch auf bestehende Herausforderungen. Dazu zählen der demografische Wandel, die starke Abhängigkeit von fossilen Energieträgern sowie die steigende Staatsverschuldung.


Die Zeit/jc

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