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Belarusische Diaspora erinnert in Białystok an gefälschte Präsidentenwahl 2020

10.08.2026 10:28
Sechs Jahre nach der umstrittenen Präsidentenwahl in Belarus hat die belarussische Diaspora in Białystok an die Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko erinnert. Im Zentrum der nordostpolnischen Stadt kamen am Sonntag mehrere Dutzend Menschen zu einer Kundgebung und einem Konzert zum sogenannten Tag der Würde zusammen. Anlass war der Jahrestag der Präsidentenwahl vom 9. August 2020.
Illustrationsbild
IllustrationsbildWłodzimierz Pac, Polskie Rado

Die Demonstration sollte auch ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen sein, die weiterhin für Freiheit und Demokratie in Belarus kämpfen. Auf Transparenten standen auf Belarussisch unter anderem Slogans wie „Wir erinnern uns, wir werden nicht vergessen, wir werden nicht vergeben“ und „Belarus ist nicht Russland. Belarus ist nicht das Regime Lukaschenkos“. Zu sehen waren zudem weiß-rot-weiße Flaggen, die als Symbol der demokratischen belarussischen Opposition gelten. Die Namen politischer Gefangener wurden verlesen.

„Den Bürgern von Belarus wurden nicht zum ersten Mal ihre Stimmen bei einer Präsidentenwahl gestohlen“, sagte Paweł Stankiewicz, Vorsitzender der Stiftung Tutaka, die die Veranstaltung gemeinsam mit der belarussischen Diaspora in Białystok organisierte.

Stankiewicz bezeichnete den Jahrestag als einen traurigen, zugleich aber wichtigen Moment. Einerseits herrsche in Belarus weiterhin die Diktatur eines Einzelnen, und Menschen würden wegen ihrer politischen Überzeugungen und ihres Einsatzes für Demokratie inhaftiert. Andererseits habe sich für viele Belarussen grundlegend etwas verändert.

„Viele von uns mussten ihre Heimat verlassen und unter anderem in Białystok ein neues Zuhause finden“, sagte Stankiewicz. Entscheidend sei jedoch, dass die Belarussen „als Nation, die über einen demokratischen Staat nachdenkt, wieder erwacht“ seien.

Auch die Stadt Białystok sicherte der belarussischen Gemeinschaft ihre Unterstützung zu. Der stellvertretende Bürgermeister Rafał Rudnicki verwies auf die Erfahrungen Polens mit dem Kampf für Demokratie.

„Wir wissen aus unserer eigenen Erfahrung, wie wichtig Begriffe wie Freiheit, Bürgerrechte, Würde und Demokratie sind“, sagte Rudnicki. Er zeigte sich überzeugt, dass diese Werte „früher oder später auch in Belarus“ verwirklicht würden. „Wir wollen, dass unser Nachbar ein freies, demokratisches und die Menschenrechte respektierendes Belarus ist“, sagte er.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Aleś Dzianisau, dem Sänger und Musiker der aus Grodno stammenden Folk-Punk-Band „Dzieciuki“.

Bei der Präsidentenwahl am 9. August 2020 war Lukaschenko nach offiziellen Angaben als Sieger hervorgegangen. Die Opposition und zahlreiche internationale Beobachter werteten die Wahl als manipuliert. In Belarus folgten landesweite Proteste, die von den Behörden gewaltsam niedergeschlagen wurden. Zahlreiche Menschen wurden festgenommen, viele verließen das Land. Nach Angaben der Organisatoren sitzen weiterhin politische Gefangene in belarussischen Gefängnissen.

 

PAP/jc

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