Der Literaturkritiker Jake Kerridge beschreibt den 2009 erschienenen Roman als „unkonventionellen Kriminalroman“, in dem mehrere leidenschaftliche Jäger in einem Dorf an der polnisch-tschechischen Grenze unter mysteriösen und grausamen Umständen ums Leben kommen. Tokarczuk habe den Titel einem Aphorismus des englischen Dichters William Blake entnommen.
Kerridge sieht eine Parallele zwischen Tokarczuks Prosa und Blakes Werk. Beide böten den Lesern „eine neue, radikale Art, die Welt zu betrachten“. Zugleich versteht der Kritiker den Roman als indirekte Anklage gegen eine polnische Kultur, in der Grausamkeit tief verwurzelt sei.
Der „Daily Telegraph“ bezeichnet seine Auswahl als eine Zusammenstellung von Büchern, „die jeder ernsthafte Leser im Regal haben sollte“. Auf der Liste stehen neben Tokarczuk unter anderem Homers „Ilias“, Platons „Letzte Tage des Sokrates“ und Ovids „Metamorphosen“. Auch Dantes „Göttliche Komödie“, Michel de Montaignes Essays, Mary Shelleys „Frankenstein“ und Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ sind vertreten.
Aus dem 20. Jahrhundert finden sich unter anderem James Joyces „Ulysses“, F. Scott Fitzgeralds „Der große Gatsby“, Naguib Mahfouzs „Kairo-Trilogie“ und Leonora Carringtons surrealistischer Roman „Das Hörrohr“ auf der Liste.
Bei den Werken des 21. Jahrhunderts entschied sich Kerridge unter anderem für Marjane Satrapis „Persepolis“, Joan Didions „Das Jahr magischen Denkens“, Elena Ferrantes „Meine geniale Freundin“ und Hilary Mantels „Wölfe“.
Der Kritiker räumte ein, dass die Auswahl zukünftiger Klassiker des 21. Jahrhunderts besonders schwierig gewesen sei. Unabhängig davon, ob die Leser mit der Liste einverstanden seien, zeige sie seiner Ansicht nach, dass es der Literatur besser gehe, als häufig angenommen.
IAR/jc